Vermächtnis

Frank Wagner

Die Kunst-Werke, die NGBK und der Kunst­raum Between Bridges erinnern gemeinsam an den 2016 verstorbenen Kurator

Er war 40 Jahre lang Mitglied und ­Motor der Arbeitsgruppe Realismusstudio in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK).  Frank Wagners Name ist verbunden mit wegweisenden Ausstellungen im Spannungsfeld zwischen Kunst, Politik und Sexualität. „Vollbild Aids“ (1988) widmete sich als erste Ausstellung deutschlandweit mit künstlerischen Positionen der sich seinerzeit epidemisch ausbreitenden Krankheit. Während damals Angst und Resignation überwogen, resümierte 25 Jahre später die zweiteilige Ausstellung „Love Aids Riot Sex“ (2013/14) Kunst und Aktivismus im HIV-Zeitalter. 

Foto: unbekannt/NGBK
Installationsansicht der Ausstellung „Geschlechter, Leben und Begehren in der Kunst seit 1960“, Museum Ludwig, Kurator / curator: Frank Wagner, Köln 2006, Foto: unbekannt/ NGBK

Frank Wagner machte die deutsche Öffent­lichkeit mit Künstlern wie Félix González-Torres und David Wojnarowicz bekann und förderte den lokalen Nachwuchs, etwa durch Ausstellungen mit Atelierstipendiat*innen und Absolvent*innen der Kunsthochschule Weißensee. Mit seiner verlässlichen, kenntnisreichen und beharrlichen Art hatte Wagner in der Berliner Kunstszene viele Freund*innen. Er fehlt, und es ist kein Wunder, dass jetzt zwei Institutionen Gedenkausstellungen zeigen. Die Kunst-Werke und Wolfgang Tillmans’ Schauraum Between Bridges präsentieren von Wagner gesammelte Kunstwerke und Materialien aus dem Nachlass.

                 Johannes Wendland

1.2.–16.3.: Between Bridges, Keithstr. 15,  Schöneberg, Mi–Sa 12-–18 Uhr, Eintritt frei

9.2.–5.5.: „Ties, Tales and Traces“, Kunst–Werke, Auguststr. 69, Mitte, Mi-–Mo 11–19 Uhr, Do 11–21 Uhr, Symposium Sa 23.2., 13 Uhr