Kino

Frau Mutter Tier

Warum hängt Julia Jentsch wie ein totes Insekt auf einem nächtlichen Spielplatz im Kletternetz? Weil dies ein eindring­liches Bild dafür ist, wovon dieser Film berichten möchte: von dem aus selbst auferlegten und von außen kommenden Erwartungen gesponnenen Spinnennetz, in dem sich manch zeitgenössische Mutter gefangen sieht.

Jentsch ist eine der drei Frauen, die ­dieser Erstlingsfilm (Regie: Felicitas Darschin) begleitet. Jentsch („Die fetten Jahre sind vorbei“, „24 Wochen“) spielt Marie, eine engagierte Mutter, die allmählich genug zu haben scheint von all dem Kita- Spielplatz-Dinkelkeks-Wahnsinn.

Jetzt knalltʼs: Der Gesichtsausdruck sagt alles
Foto: Alpenrepublik

Ihr gegenübergestellt: Werbefachfrau Nela (Alexan­dra Helmig, die auch Koautorin ist), Mittvierzigerin mit wenig nützlichem Gatten. Außerdem: Single Tine, deutlich jünger und am Nachtleben ebenso interessiert wie am Mutterdasein.

An das Niveau von Filmen wie Robert Thalheims „Eltern“ (2013) reicht „Frau Mutter Tier“ nicht heran; auch fügen sich die Episoden kaum zu einem organischen Ganzen. Julia Jentsch sorgt aber immer wieder für Ausreißer nach oben – so in einer herrlich überdrehten Biosupermarkt­szene mit Annette Frier. ­Kathartische Momente dieser Art gibt es aber zu wenig. Bleibt die Hoffnung, dass bereits am Geschlechter-Pendant („Mann Vater Tier“) gestrickt wird. Und, dass die Version bissiger daherkommt. Matthias von Viereck

D 2018, 96 Min., R: Felicitas Darschin, D: Julia Jentsch, Annette Frier, Kristin Suckow, Start: 21.3.

https://www.zitty.de/event/komoedie/frau-mutter-tier/