Roadmovie

Frauen

Frauen ist keine deutsche Klamotte sondern eher ein kleiner, durchgeknallter Film

ZITTY-Bewertung: 3/5
ZITTY-Bewertung: 3/5

Nur weil Liz Tucha vor der Hochzeit Reißaus nimmt, wird eine merkwürdige Verkettung von Umständen in Gang getreten. Denn Tucha entführt auf der Flucht vor der rabiaten mazedonischen Verwandtschaft das Auto des Großindustriellen K.O. Schott und dessen Fahrers Rüdiger Kneppke. Hier der toughe Macher Schrott (Heiner Lauterbach), dort das Weichei Tucha (Blerim Destani), da der Labersack Kneppke (Martin Brambach). Auf ihrer Reise durch die sächsische Provinz kommen sich die drei Herren näher, haben aber neben den Mazedoniern bald auch noch eine Rockergang an den Hacken.

Frauen Foto: Camino

 

Oje, deutsche Klamotte, denkt man bei den ersten Szenen. Und wirklich: Regisseur Nikolai Müllerschön lässt keinen plumpen Gag aus, treibt das Trio in die unmöglichsten Situationen, wo sich besonders Kneppke (brillant: Martin Brambach) dabei hervortut, sich explizit dämlich anzustellen.

Doch immer wieder entstehen in diesem merkwürdig hysterischen Film Momente von großer Wahrheit und großer Komik. Denn auch wenn kaum eine zu sehen ist: Im Grunde geht es hier um Frauen und die Unfähigkeit dieser drei Männer, mit ihnen umzugehen. Und da können die Machosprüche noch so neandertalmäßig sein – letztendlich muss das starke Geschlecht sich eingestehen, dass es eine Heidenangst vor den Frauen hat. Sehr schön auch, wie souverän Müllerschön mit den breiten Kinobildern umzugehen weiß. Ein kleiner durchgeknallter Film, mal oberflächlich, mal erstaunlich weise. Martin Schwarz

D 2016, 90 Min., R: Nikolai Müllerschön, D: Heiner Lauterbach, Martin Brambach, Blerim Destani Kinotermine hier