Bühne

Frauenquote im Theater gefordert

Der Verein „Pro Quote Bühne“ setzt sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit an deutschen Bühnen ein und fordert eine Frauenquote

Zwölf Theaterregisseurinnen um Angelika Zacek (u.a. Staatstheater Cottbus), France-Elena Damian (u.a. Sophiensaele)und Amina Gusner (u.a. Theater unterm Dach) haben sich im Verein Pro Quote Bühne organisiert. Sie folgen damit dem Beispiel weiblicher Filmprofessioneller, die sich 2014 unter „Pro Quote Regie“ zusammengeschlossen haben. Die Regisseurinnen fordern in einem Manifest eine Frauen-Quote von 50 Prozent in künstlerischen Führungspositionen und allen anderen Bereichen sowie eine Angleichung an die Männergagen.

Die Fakten, auf die sich die Aktivistinnen stützen, sind eindeutig, wie die 2016 von Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Auftrag gegebene Studie „Frauen in Kultur und Medien“ zeigte: 78 Prozent der Stadttheater werden von Intendanten geleitet, mehr als 70 Prozent aller Stücke werden von Regisseuren inszeniert. Dagegen besteht das Publikum ausweislich der Abonnements zu zwei Dritteln aus Frauen.

Die Initiative hat bereits einige bekannte Unterstützerinnen gefunden, darunter die Autorin Sibylle Berg, die Schauspielerin Katja Riemann, die Regisseurin Susanne Kennedy und Theatertreffen-Chefin Yvonne Büdenhölzer. Aber auch männliche Kollegen zeigen sich solidarisch, darunter die Regisseure Sebastian Nübling und Stephan Kimmig. Mit Bettina Jahnke, der designierten Intendantin des Hans Otto Theater Potsdam, und Inka Löwendorf aus dem Leitungsteam des Heimathafen Neukölln sind auch zwei der wenigen Theaterleiterinnen des Landes auf der Unterstützerliste vertreten.