Kino

Free Speech Fear Free

Wie gehtʼs der Meinungsfreiheit?

ZITTY-Bewertung: 5/6

In rechten Medien wird gerade gegen die GEZ-Gebühr gewettert mit dem Argument, kein freier Mensch dürfe gezwungen werden, bestimmte Informationen „kaufen“ zu müssen. Mit Gedankenfreiheit gegen Informationsfreiheit zu agitieren, gedeckelt durch Rede-und Meinungsfreiheit, da kann einem schon schwindelig werden. Das ist Stoff für die verwirrenden Debatten, die aktuell zu den Themen freie Meinungsäußerung, politische Korrektheit, Hatespeech und Fake-News speziell im Internet geführt werden.

Besonders für junge Menschen ist es nicht leicht, sich darüber eine Meinung zu bilden. So ging es auch Tarquin Ramsay, als er mit 15 Jahren begann, sich für den gesellschaftlichen Wert der Redefreiheit zu interessieren. Er schnappte sich eine ­Kamera und begann mit Interviews in seinem Umfeld, dann kam ihm die Idee, Briefe an Menschen zu schreiben, von denen er glaubte, sie hätten etwas Erhellendes zur Rede-und Meinungsfreiheit zu sagen.

Jude Law
Foto: Niels Ladefoged fear free films

Sieben Jahre später ist daraus dieses Filmprojekt geworden, das mit einer illustren Anzahl von Gesprächspartnern aufwarten kann: Wikileaks-Gründer Julian ­Assange ist dabei, der Computeraktivist Jacob Appelbaum, CIA-Whistleblower John Kiriakou. Alle haben zur Einschränkung von Meinungsfreiheit durch staatliche Überwachung einiges zu berichten. Zwar ­verliert Ramsay mitunter bei den ­vielen ­offenen Fragen etwas den Überblick, aber gerade das macht seinen Film sympathisch. 

GB 2016, 80 Min., R: Tarquin Ramsay

https://www.zitty.de/event/dokumentarfilm/free-speech/