Kino

Freies Land

Zwei verschwundene Schwestern im Alter von 15 und 16 Jahren rufen im Winter 1992 zwei Großstadtpolizisten in die ostdeutsche Provinz, in eine kahle Gegend, in der von den „blühenden Landschaften“ Kohls rein gar nichts zu spüren ist. Sie seien abgehauen in die Großstadt, so heißt es achselzuckend über die Verschwundenen. Doch dann werden ihre Leichen gefunden, brutal misshandelt und vergewaltigt. Bald stellt sich heraus, dass es in den Jahren zuvor schon andere verschwundene Mädchen gab.

Foto: Verleih Telepool

Dies ist nur der Ausgangspunkt dieses Thrillers, ein Remake des spanischen Films „La isla minima – Mörderland“ (2015). Dabei gelingt es Regisseur Christian Alvart („Banklady“), das Original, das kurz nach dem Ende der jahrzehntelangen Franco-Diktatur spielte, kongenial auf deutsche Verhältnisse zu übertragen. Auf spekulativ angehauchte Szenen wie in seinen Til-Schweiger -„Tatorten“ oder in der Fitzek-Verfilmung „Abgeschnitten“ verzichtet er zugunsten atmosphärisch dichter Momente.

Dazu tragen die beiden Hauptdarsteller bei: Trystan Pütter als gerechtigkeitsliebender Kommissar aus Hamburg und Felix Kramer als zwielichtiger Ermittler aus Rostock mit Stasi-Vergangenheit. In dieser Rolle ist Kramer noch beeindruckender als zuvor in Christian Alvarts Netflix-Serie „Dogs of Berlin“: ein Kraftpaket. Wenn es Gerechtigkeit gibt, muss er zum Star werden.

D 2019, 128 Min., R: Christian Alvart, D: Felix Kramer, Trystan Pütter, Start: 9.1.

https://www.zitty.de/event/thriller/freies-land-2020/