Kino

Friedhof der ­Kuscheltiere

In den endlosen Wäldern hinter dem ­kleinen Tierfriedhof, der an das Grundstück der Familie Creed grenzt, liegt ein indiani­scher ­Begräbnisplatz, mit dessen ganz beson­deren Fähig­keiten kein Schindluder getrieben werden sollte. Hybris kommt stets vor dem Fall, so war das im Horrorfilm seit jeher; hier büßt Dr. ­Louis Creed – der mit ­Familie ins nur ganz oberflächlich beschauliche Maine gezogen ist – den wahnwitzigen Einfall, er könne sich zum Herrn über Leben und Tod aufschwingen.

Diese Katze kommt nicht zum Knuddeln
Foto: Paramount Kerry Hayes

„Friedhof der Kuscheltiere“ basiert auf dem Roman von Stephen King (1983). Die Verfilmung – es ist die zweite ­Adaption des Stoffes nach jener von Mary Lambert von 1989 – geht etwas handfester, soll ­heißen: plakativer zur Sache und kann sich so manch branchen-üblichen ­Buheffekt nicht verkneifen. Dann aber dreht das Regieteam richtig auf und der Film völlig ab; Besessenheit kriecht in des Doktors verschattete Augen, die Leichen bleiben nicht länger im Keller, Albträume gehen in Tagträume über, Visionen und Phan­tome behaupten Realität.

Gemeinsam stürzen sich VaterMutterKind in Trauer, Wut und Verweigerung. Und mit einem Mal steht die Zombifizierung gleich einer ganzen Kernfamilie auf der Agenda – und der Film entwirft eine wahrhaft B-Horror-würdige Metapher für Familien­bande.

„Pet Sematary“, USA 2019, 101 Min., R: Kevin Kölsch & Dennis Widmyer, D: Jason Clarke, Jeté Laurence, Amy Seimetz, Start: 4.4.