Emo-Indierock

Frightened Rabbit

Trotz landestypisch trister Weltsicht haben die Schotten bislang eher Erfolg in den USA als in ihrer Heimat

Kann ein Kind, das so verschüchtert in die Welt guckt, dass es von seiner Mutter „Ängstliches Häschen“ genannt wird, später Rockstar werden? Na klar, zumindest in Schottland, wo das Jammern zum Popschaffen irgendwie dazu gehört, weil man ständig in einen grauen Himmel gucken und immer wieder verkatert aufwachen muss, weil es mit der Liebe nicht klappen will. Herzschmerz, Hangover – und mit etwas Humor auf das eigene Elend gucken:
Das sind die Zutaten der Songs von Frightened Rabbit.

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Der Frontmann der Band hatte den Kosenamen, den ihm Muttern seinerzeit verpasst hatte, schon für Soloauftritte verwendet, bevor er mit seinem Bruder 2004 die Band gründete. Ihr Sound erinnert an Indierock à la Travis und Snow Patrol, mal kommt das eher rumpelig daher, mal wird stadionkompatibler Gitarrenrock daraus. Schrägerweise hatten sie mit ihrem „scottish miserablism“, wie diese Glas-halb-leer-Weltsicht gerne genannt wird, in den USA lange mehr Erfolg als in ihrer Heimat. Dort ist Gitarrenmusik derzeit einfach nicht besonders angesagt. Doch nicht auf dem Hipster-Radar zu sein, hat auch Vorteile. Ob sie nun von der Presse gefeiert werden oder nicht: Frightened Rabbit setzen auf die loyale Fanbasis, die sie sich in unzähligen Gigs erspielt haben.
Und die hat sie mit dem Album „Pedestrian Verse“ (2013) dann doch auch noch in die Charts gebracht.