Kino

Fritzi – Eine Wendewundergeschichte

30 Jahre Mauerfall: In diesem Animationsfilm erzählen die Regisseure Ralf Kukula und Matthias Bruhn eine Geschichte der letzten DDR-Monate aus Kinderperspektive. Als Basis diente das Buch „Fritzi war dabei“ von Hanna Schott, der aquarellartige Zeichenstil des Films orientiert sich deutlich an dem der Buch-Illustrationen von Gerda Reidt.

Fritzi – Eine Wendewundergeschichte
Foto: Weltkino Filmverleih

Fritzi verbringt 1989 in Leipzig unbeschwerte Sommerferien. Doch ihre Freundin Sophie ist nicht aus dem Ungarn-Urlaub zurückgekommen, sondern mit ihrer Familie in den Westen gegangen. Was soll nun aus Sophies Hund Sputnik werden, den Fritzi gehütet hat? Immer mehr Menschen strömen in die Nikolaikirche, auch Fritzi läuft zunächst versehentlich, später bewusst, bei den größer werdenden Demos mit.

Mit der Buchvorlage geht der Film recht frei um, was dramaturgische Zuspitzungen erlaubt, wenn sich etwa Fritzi mit Sputnik auf den Weg Richtung Grenze macht. So gelingt es, DDR-Alltag aus Kindersicht abzubilden, eindrücklich die euphorische Aufbruchsstimmung von damals einzufangen, ohne dabei die Schrecken des DDR-Systems auszublenden. Optisch sind besonders die Szenen von den Montagsdemos sehr stimmig geraten: Menschen, die friedlich für Veränderungen kämpfen – das lässt auch an die aktuellen „Fridays for Future“-Demos denken. Und macht Mut für die Zukunft.

PD/LUX/B/CZ 2019, 86 Min, R: Ralf Kukula, Matthias Bruhn, Start: 9.10.