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Funky Fisch

Was ist das?

Eigentlich hatten wir uns daran gewöhnt, dass es in Berlin kein wirklich internationales Fischrestaurant gibt. Klar, es gibt den Steinbutt von Christian Lohse, neuerdings den brutal-lokalen Aal von Dylan Watson, es gibt längst überall Ceviche und viele Läden, die wirklich starke maritime Teller machen. Aber ein Fischrestaurant wie in Marseille oder Lissabon, mit offener Auslage und einem Carpaccio, das direkt hinter der Fensterfront mit japanischen Messern aufgeschnitten wird: Der umtriebige Duc Ngo hat jetzt genau diesen Laden eröffnet, das wunderbar selbstverständliche Funky Fisch in der Kant-, Ecke Schlüterstraße.

Funky Fish
Foto: Clemens Niedenthal

Wer ist das?

Schon wieder Duc Ngo, möchte man sagen. Schließlich ist es nach Madame NGO, dem 893 Ryōtei und dem Golden Phoenix bereits die vierte Neueröffnung des Kuchi-Gründers in den vergangenen zwei Jahren. Für Ngo, der als Fünfjähriger mit den Boatpeople aus Vietnam nach Berlin gekommen ist, sind diese Läden auch eine Heimkehr in den neuen alten Westen, den Kiez seiner Kindheit. Warum nun ein Fischrestaurant? „Proteine + Salz = Umami“. Duc Ngos Gleichung bleibt nichts hinzuzufügen.

Wie schmeckt es?

Das Funky Fisch ist so großartig, weil es sich so einfach macht. Frischer Fisch vom Grill. Fische und Meerestiere werden wie auf einer Bühne vor den Augen der Gäste ausgenommen, zugeschnitten und portioniert. Olivenöl, Röstaromen und die mediterrane Brandung, das ist der Geschmack dieses Ladens. Die Fischsuppe hingegen ist so essenziell, wie nur eine Fischsuppe sein kann, die über zehn, zwölf Stunden im Hundertlitertopf köchelt. Raffiniert hingegen der Backfisch: Der europäische Klassiker kommt im japanischen Tempurateig. Lässig, lecker, ausprobieren.

Kantstraße 135–136, Charlottenburg, Di–Sa 12–23 Uhr, www.funky-fisch.de

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