Kino

Garten der Sterne

Wenige Berliner Friedhöfe spiegeln Geschichte und Gegenwart der Stadt so gut wider wie der Alte St. Matthäus-Kirchhof an der Schöneberger ­Großgörschenstraße: Angelegt wurde er 1854 als Begräbnisplatz der Matthäuskirche.

Um die Jahrtausendwende nahm sich die schwule Community der ­Friedhofs-Anlage und ihrer großen, repräsentativen, aber oft verwahrlosten Gräber an. Seit ein paar Jahren betreibt die auch politisch engagierte Künstlerin Ichgola Androgyn (bürgerlich Bernd Boßmann) am Eingang mit dem Café Finovo das wohl erste Friedhofscafé Deutschlands, dazu einen Blumenladen, und richtet auch Bestattungen und Trauer­feiern aus.

Ihre Erfahrungen mit Tod und Trauer, ihre Beobachtungen, wie andere damit umgehen, stehen im Mittelpunkt dieses gut einstündigen Streifens. Beispiele dafür und andere Impressionen vom Alten St. Matthäus-Kirchhof sowie historisches Filmmaterial von Michael Brynntrup und Rosa von Praunheim ergänzen und illustrieren die Berichte. Zu Wort kommt aber nur Ichgola, sieht man davon ab, dass Zazie de Paris das Grimmsche Märchen „Der Gevatter Tod“ vorliest – was auch deswegen höchst passend ist, weil die Brüder Grimm zu den zahlreichen Prominenten gehören, die hier begraben sind. Entstanden ist eine unprätentiöse Dokumentation, die im Kino mit dem Kurzfilm „Last Address“ von Ira Sachs läuft. 

D 2016, 61 Min., R: Pasquale Plastino, Stéphane Riethauser

https://www.zitty.de/event/dokumentarfilm/garten-der-sterne/

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