Kino

Gegen den Strom

Halla ist eine Frau der Tat. Wie sie in der kargen Weite Islands ihren Bogen spannt und ausgerechnet mit einem Aluminium-Pfeil die Stromversorgung für eine ­Alu-Hütte boykottiert – das sagt alles. Hier ist eine Frau um die 50, kämpferisch, konzentriert, eine Umweltaktivistin par excellence. Sie kennt die Konsequenzen ihres Handelns genau und duckt sich nur vor jenen weg, die sie bald jagen werden: mit Hunden, Hubschraubern, Nachtsichtgeräten, sogar mit Drohnen.

Von Regisseur Benedikt Erlingsson stammt bereits der erfrischende Streifen „Von Menschen und Pferden“ (2014), der lakonisch und humorvoll seine Landsleute skizziert. Diesem Blickwinkel ist er treu geblieben, doch der Plot ist vielschichtiger. Er zeigt nicht nur die Facetten seiner Heldin, denn Halla kann nicht nur mit Semtex hantieren, sondern auch einen Chor dirigieren – fesselnd wie Halldóra Geirharðsdóttir dieser Figur auch Eleganz verleiht. Doch dann spitzt ein Adoptions-Bescheid Hallas Pläne zu.

Gegen den Strom
Foto: Pandora

„Woman at War“ (so der internationale ­Titel) überzeugt auch mit erstaunlichen ­Naturaufnahmen und liebenswerten ­Details: einem Musiker-Trio etwa, das Filmmomente live begleitet, oder dem radelnden Touristen, der stets als Hauptverdächtigter geschnappt wird. Ein spannendes Öko-Märchen, in dem die Guten wirklich gut sein dürfen. 

„Kona fer í strí“, ISL/FUKR 2018, 100 Min.,  R: Benedikt Erlingsson, D: Halldóra Geirharðsdóttir, Jóhann Sigurðarson, Start: 13.12.

Infos und Termine

https://www.zitty.de/event/kino/gegen-den-strom-2018/