Gaunerkomödie

Gelobt sei der kleine Betrüger

Eine Kuschel-Knast-Komödie

„Wieso hast du ihm sieben Dinar gegeben? Ich hätte dir das gleiche Service für fünf Dinar geboten“, erklärt der Gefängnisbeamte dem Bauunternehmer Ahmad. Der muss wegen eines kleinen Betrugs drei Monate im Knast verbringen, hielt er es doch für eine gute Idee, das Geld für ­einen Auftrag in Laptops zu investieren, um sie weiterzuverkaufen.

Nach anfänglichem Schock gefällt es ­Ahmad eigentlich ganz gut im Gefängnis, und er beginnt die Rundumbetreuung ­sogar ein wenig zu genießen. Es ist auf jeden Fall gemütlicher als zuhause, wo er sich seinen Strom illegal abzapfen muss. Auch seine Mitinsassen sind nicht die harten Kerle, die er erwartet hat. Sie sind ebenso harmlose Betrüger wie er selbst, die versuchen, irgendwie durchs Leben zu kommen, gerne gemeinsam Seifen­opern gucken und ein Sonnenbad im Gefängnishof genießen.

Gelobt sei der kleine Betrüger
Foto: Neue Visionen

Der jordanische Regisseur Mahmoud al Massad legt eine subtile und zarte Komödie vor, die sich jeglichen Gangsterfilmklischees entzieht. Mit viel Wärme für ­seine Figuren und leisem Humor weist der Regis­seur auf Missstände wie Korruption und eine undurchschaubare Bürokratie hin. Wermutstropfen: Manchmal ist der Humor etwas zu leise und der Film etwas dröge, daran kann auch das leichtfüßige Spiel des Hauptdarstellers Ahmad Thaher nichts ändern. 

„Blessed Benefit“, D/JOR/NL 2016, 83 Min., R: Mahmoud al Massad, D: Ahmad Thaher, Maher Khammash, Odai Hijazi

Gelobt sei der kleine Betrüger

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