JUGENDTHEATER

Genau wie immer, ­alles anders

Gelungene Neufassung des Pubertätsklassikers

Pubertät: durchs wilde Land der Genitale – Foto: Jörg Metzner

Einerseits ist die Pubertät ein Klassiker. Mädchen und Jungen blicken auf einmal nicht mehr durch. Verlieben sich, fürchten sich, haben Spaß. Entdecken ihre Geschlechtsorgane und probieren sie aus. Ein Stück über diese wilden Jahre, welches Aufklärung, Lebenshilfe und Theaterspaß bietet, ist eigentlich immer aktuell. Andererseits hat sich seit 2003, dem Entstehungsjahr von Günter Jankowiaks Aufklärungsstück, im Verhältnis der Geschlechter einiges verändert. In Zeiten von #Metoo ist nicht mehr nur über die Onanier-­Orgien von verschämten Jungs zu berichten.

Die Regisseurin Inda Buschmann hat gemeinsam mit der Dramaturgin Hannah Schopf einiges umgeschrieben und so zum Beispiel eine Art Selbstbefriedigungs-Anleitung für Mädchen erdacht. Völlig selbstverständlich dargeboten von Josephine ­Lange als Mona, die gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Theo darum kämpft, im Pubertätsalltag den Kopf oben zu behalten, ihre Sexualität zu entdecken und trotzdem im richtigen Moment Nein zu sagen.

Eine große, fleischfarben gesprenkelte Plane bedeckt die Bühne, wird von unten immer wieder aufgepustet, bildet Wülste, Mulden und überlebensgroße Geschlechtsorgane (Bühne: Michael Ottopal). Alle sind immer da, raus kommt hier keiner. So ist das mit der Pubertät. Manchmal ist sie zum Heulen, wie gut, wenn man auch darüber lachen kann. REGINE BRUCKMANN

12.–14.3., 11 Uhr, 12.3. auch 18 Uhr, Theater Strahl, ­Martin- Luther-Str. 77, Schöneberg. Regie: Inda Buschmann; mit Jose­phine Lange, Max Radestock u.a., Eintritt 16, erm. 7,50 – 10 €