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Gerhard Richter in Potsdam

Das Privatmuseum Barberini gibt einen großen Überblick über die Abstraktionen des Malers Gerhard Richter

Den Ausschlag gab ein Bild der Serie „A, B-still“ von 1986: Das Museum Barberini kaufte das Gemälde kurz vor seiner Eröffnung in Potsdam Anfang 2017. Gerhard Richter legte in ­diesem Bild Farbschichten übereinander, kratzte sie stellenweise ab, um das Ganze erneut zu übermalen und mit Rakel zu verwischen. Das Ergebnis ist kalkulierter Zufall. Ganz anders „192 Farben“ von1966. Richter zerlegte die Fläche in zwölf mal 16 Quadrate, um jedes in einer anderen Farbe auszumalen.

Gerhard Richter 2018 (29062018) / Abstraktes Bild / 1984 / Privatsammlung
Gerhard Richter 2018 (29062018) / Abstraktes Bild / 1984 / Privatsammlung, 43 x 60 cm

Der Maler ist jüngst in vielen Retrospektiven gewürdigt worden. Aktuell zeigt das Albertinum Dresden Selbstporträts in Bleistift. Mit 90 zum Teil noch nie ausgestellten Bildern, mitkuratiert von Dietmar Elger, dem Leiter des Gerhard-Richter-Archivs in Dresden, legt das Barberini nun den Fokus auf die Entwicklung Richters abstrakter Verfahren seit den 60er-Jahren. Eines haben all die Bilder laut Barberini-Direktorin Ortrud Westheider gemeinsam: „Richter vermeidet schöpferisches Pathos und Bedeutungen, die außerhalb der Kunst liegen, die Bilder ­wirken so durch sich selbst“. Egal, ob Richter der Farbe mit Pinsel, Spachtel und Rakel zu Leibe rückt oder einen fotorealistisch gemalten Vorhang so nah ­heranholt, dass dieser nur noch als abstrakte Linien erscheint.

Bis 21.10.: Barberini, Alter Markt, Potsdam, Mi–Mo 10–19 Uhr, 1. Do/Monat 10–21 Uhr, 14/ erm. 10 €, bis 18 J. frei

 

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