Gedenkstätten

Josef Stalin: Der rote Gott

Eine Sonderschau der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen beleuchtet den Stalin-Kult in der DDR

Stalin-Statuen und -Denkmäler gab es in Ost-Berlin anfangs viele. Eine besonders monumentale Bronzefigur, wie sie auf der früheren Stalin- und heutigen Karl-Marx-Allee stand, ist nun zurückgekehrt: eine Bronzekopie aus der Mongolei. Im Hof der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen liegend empfängt sie Besucher der Ausstellung „Der rote Gott – Stalin und die Deutschen“. Mit historischen Fotos, Plakaten, Schriftstücken und anderen Objekten – meist aus der Sammlung der Gedenkstätte – ist diese dem in der jungen DDR allgegenwärtigen Personenkult um den sowjetischen Diktator gewidmet.

© Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Die Ausstellung thematisiert auch Stalins 70 Geburtstag und seinen Tod, als der Kult um den Diktator seine Höhepunkte erreichte © Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Dass die Stalin-Propaganda bereits in der Weimarer Republik und während der NS-Zeit begann, zeigt der erste, in Rot getauchte Raum. Omnipräsent war der Kult nach der Gründung der DDR, wie Propagandafilme, Fotos und Schriftstücke im Hauptsaal bezeugen. Seine Höhepunkte erreichte er 1949 zu Stalins 70. Geburtstag und direkt nach seinem Tod im März 1953.

Trotz der Fülle an Fakten und Informationen schafft es das Team der Gedenkstätte dank der Objekte, ein anschauliches Bild von den bizarren Ausmaßen der staatlich verordneten Verehrung zu zeichnen. Die Opfer des Stalinismus bleiben dabei stets im Blick. So ist eine Wand komplett bedeckt mit Fotografien von Häftlingen, die aus der frühen DDR nach Moskau verschleppt und dort zum Tode verurteilt wurden. 

Alexander Wenzel

Bis 30.6.: Gedenkstätte Hohenschönhausen, Genslerstr. 16, Mo–So 9–18 Uhr, Eintritt frei

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