Gruselspaß

Get Out

Dieses B-Picture ist deutlich mehr als nur eine dahingerotzte Horror­komödie

ZITTY-Bewertung 6/6

Chris und Rose sind ein amerikanisches Traumpaar. Sie ist ein Etepetete-Mädchen, er ein junger Fotograf. Sie kommt aus ­gutem Hause, er nicht. Chris ist sensibel, Rose ist es auch, aber Chris ist noch ein wenig sensibler. Er hat gute Gründe dafür, denn er ist schwarz, und Rose ist weiß. ­Allerdings hat sie es versäumt, ­ihren Eltern diesbezüglich Bescheid zu geben, und nun steht der Antrittsbesuch bei den Armitages an. Eine Standardsituation, durchgespielt etwa in „Rate mal, wer zum Essen kommt“ (1967).

Gebeutelt: Chris (Daniel Kaluuya)
Foto: Universal Pictures

Jordan Peeles „Get Out“ gehört zum ­Besten, was seit langem im US-Kino zu ­sehen war. Breitbart, die Webseite, die ­Donald Trump am liebsten im Alleingang ins Weiße Haus gelogen hätte, pries den Film als ein Manifest gegen die „libe­rale weiße Elite“. Das kann man so sehen, ­allerdings unterschlägt man dabei die viel tiefer gehende Kritik an einem alltäg­lichen amerikanischen Rassismus.

In erster Linie ist dies eine höchst vergnügliche Horrorkomödie, die im ­Detail vor Intelligenz nur so strotzt. Lange Zeit war Hollywoods Komödienboom seit den 90er-Jahren vor allem eine Angelegenheit der weißen, liberalen Elite. Judd Apatow, Seth Rogen oder Adam Sandler prägten die Szene, während schwarze Stars wie Chris Rock selten allein die große Bühne ­bekamen. Mit Jordan Peele gibt sich nun ein herausragendes Talent zu erkennen.

USA 2017, 104 Min., R: Jordan Peele, D: Daniel Kaluuya, Allison Williams, Bradley Whitford

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