Kino

Glück ist was für Weicheier

Der Eröffnungsfilm der altehrwürdigen Hofer Filmtage zu sein, das adelt. Im Herbst wurde diese Ehre Regisseurin Anca Miruna Lăzărescu zuteil. Nach ihrem ­gelungenen Langfilmdebüt „Die ­Reise mit Vater“ (2014) erzählt sie nun von einer ungewöhnlichen Familie. Stefan (Martin Wuttke) ist Bademeister und betätigt sich nebenbei wenig souverän als Sterbebegleiter. Seine jüngste Tochter Jessica (die erst 14-jährige Ella Frey) wird für einen Jungen gehalten und hat sich zum Meistern des schwierigen Alltags Spleens zugelegt:

Mit dem Vermeiden oder Erraten von Ziffern soll der Lauf der Dinge beeinflusst werden. Und das betrifft gerade Jessicas ältere, todkranke Schwester Sabrina (Emilia Bernsdorf). Jessica findet in einem Buch die vermeintliche Patentlösung: Durch Geschlechtsverkehr soll eine Krankheit von einer Person auf die andere überspringen. Jetzt muss ein geeigneter Partner für Sabrina gefunden werden.

Foto: Concorde Filmverleih GmbH/Bernd Spauke

Diesem familiären Trio zuzusehen, ist eine bittersüße Freude, Lăzărescu lässt eine mit leisem Humor ­angereicherte ­Atmosphäre der Melancholie verströmen, in der die Macken der Figuren ernst genommen werden. Man drückt der ungewöhnlichen Heldin Jessica, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, die Daumen. Aber: siehe Filmtitel. 

D 2018, 95 Min., R: Anca Miruna Lăzărescu, D: Ella Frey, Martin Wuttke, Emilia Bernsdorf, Christian Friedel, Start: 7.2.

https://www.zitty.de/event/kino/glueck-ist-was-fuer-weicheier/

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