Psychedelic-Pop

Grizzly Bear

Nach einem Ausflug ins echte Leben
hat sich die US-Band Grizzly Bear doch entschlossen,
weiter Musik zu machen

Selbstverständlich war es nicht, dass da noch was kommt. Am Ende der Tour zum letzten Album „Shields“ waren Grizzly Bear ganz schön müde. Erst einmal wurden Familien gegründet oder aufgelöst, Sänger Ed Droste etwa durchlebte eine bittere Trennung. „Es war notwendig, mal wieder im eigenen Leben einzuchecken“, erklärt Bassist Chris Taylor. Und das findet mittlerweile in ganz unterschiedlichen Welten statt, drei Viertel der einst in Brooklyn beheimateten Band leben mittlerweile an der Westküste. Bevor es ihn nach Los Angeles zog, machte Taylor auch Station in Berlin und hospitierte im Sterne-Restaurant Noma in Kopenhagen.

Umso erfreulicher, dass sie doch wieder zusammenfanden und mit „Painted Ruins“ ein neues, tolles Album herausbrachten. Erste Ideen und Songskizzen teilten sie über eine Dropbox miteinander. Und das Album besitzt wieder die Qualitäten, die diese Band seit „Yellow House“ (2006), ihrem Debüt in heutiger Besetzung, ausmachen: Ihre Folkpop-Psychedelik, der man Jazz- und Klassik-Sozialisation der Bandmitglieder anhört, ist im besten Sinne nachhaltig. Die Songs entwickeln ein Eigenleben und klingen immer wieder anders auf ihren Konzerten. Kein Wunder, hat diese Band eine längere Halbwertszeit als manch anderes Aushängeschild des Sounds of Brooklyn der Nullerjahre.