Menschenrechte

Ground Zero

Was ist menschlich, wenn sich Künstliche Intelligenz ausbreitet? Eine Ausstellung im Schinkel Pavillon versucht eine Antwort

Der Ausstellung „Ground Zero“ von Christopher Kulandra Thomas gelingt es, die Betriebssysteme von Kunst und Politik in einen kritischen Dialog miteinander zu bringen, der nach dem Status Quo von Individualität und Freiheit, Menschenrechten und Nationalstaatlichkeit fragt.

©Andrea Rossetti
Christopher Kulendra Thomas in Zusammenarbeit mit Annika Kuhlmann:
„Being Human“ (2019), Ansicht aus „Ground Zero“ im Schinkel Pavillon. ©Andrea Rossetti

Dazu hat Kulandra in Zusammenarbeit mit Kuratorin Annika Kuhlmann im Schinkel Pavillon ein überzeugendes Szenarium inszeniert, das sich aus zwei Teilen zusammensetzt: Zum einen sind dort Gemälde und Skulpturen von Künstlern aus Sri Lanka ausgestellt, zum anderen ist dort der Film „Being Human“ (2019) zu sehen. Letzterer stellt drei am Computer algorithmisch generierte Charaktere vor, zwei Künstler und eine Sängerin, die sich allzu clever über die Probleme der Kunst im postmodernen Zeitalter der künstlichen Intelligenz unterhalten.

Deren abgehobenen ästhetischen Reflexionen wird in dem Film die ­Geschichte eines Onkels von Thomas gegenüber­gestellt. Er hatte in Sri Lanka ein Human Rights Center gegründet, das später von der Armee zerstört wurde. Hehre Kunst und humanistische Menschenrechte treffen hier in voller Härte widersprüchlich aufeinander.

Bis 15.12: Schinkel Pavillon, Oberwallstr. 1, Mitte, Do–So 12–18 Uhr, 5/ 3 €