Comicverfilmung

Guardians of the Galaxy Vol. 2

Der virtuose und ironische Weltraumspaß mit einer kuriosen Ansammlung ­einiger Antihelden geht in die zweite Runde­

ZITTY-Bewertung: 5/6

So langsam wird es eng im Marvel Cinema­tic Universe (MCU). Über bislang 14 Kinofilme wurden Spuren gelegt, worum es denn da im Hintergrund geht: um die ­mächtigen Infinity-Steine, die von der uralten ­Rasse der Celestials geschaffen wurden. Aber selbst Fans haben inzwischen den Überblick verloren, wer jetzt gerade welchen Stein im ­Besitz hat. Und auch „Guardians“-Regisseur James Gunn ist das völlig egal. Auch im zweiten Teil seiner Weltraum-Oper, die nur lose an das MCU anknüpft, erzählt er einfach ­seine Geschichte von den Outlaws weiter, die als selbsternannte Wächter auf das Weltall achtgeben. Allerdings ­lernen sie einen der Celestials besser kennen, als ihnen lieb ist.

Das ist Starlords Vater Ego (Kurt ­Russell), seines Zeichens ein lebender Planet, der Menschengestalt angenommen hat. Und er sucht den Kontakt zu seinem Sohn. Von der goldenen Herrscherin Ayesha (die schönste Frau der Welt: Elisabeth Debicki) und dem Weltraumpiraten Yondu (wie ­immer fabelhaft: Michael Rooker) ­gejagt können sich die Guardians in Egos ­Refugium – das wie ein LSD-Traum aussieht – verstecken. Aber Vatter hat eigene Pläne …

Der Nicht-Waschbär Rocket und Baby Groot, der eigentliche Star des Films
Foto: Marvel Studios 2017

Das ist alles sehr schwungvoll und gutgelaunt inszeniert, mit großartigen Songs unterlegt, auch wenn dieser zweite Teil nicht ganz an den Vorgänger heranreicht. Aber Gunn bleibt seiner dysfunktionalen Familie treu. Starlord und Gamora können sich immer noch nicht ihre Gefühle ausdrücken, der Tätowier­unfall Drax hat immer noch keine Ahnung, was das Konzept Humor bedeutet, und der Nennmichnichtwaschbär ­Rocket verzweifelt immer noch an der Blödheit seiner Mit-Guardians. Einzig Groot hat eine Entwicklung durchgemacht, aber in die falsche Richtung: Er ist jetzt Baby Groot (und so niedlich wie Michael ­Jackson zu seinen Jackson-5-Zeiten).

Was das Ganze nun mit dem Rest des MCU zu tun hat? Es werden Handlungsfäden ausgelegt, die man irgendwann verknüpfen muss.  Ob das Kunststück gelingt, eine Back­ground-Handlung über 20 Filme zu strecken oder ob das am Ende alles in sich zusammenkracht, das können wir frühestens im Frühjahr 2018 beantworten – beim nächste „Avengers“-Film.

USA 2017, 133 Min., R: James Gunn, D: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Kurt Russell, Elisabeth Debicki, Michael Rooker

https://www.zitty.de/event/action/guardians-of-the-galaxy-vol-ii/