Kino

Gutland

Die Landschaft ist idyllisch. Doch wie so oft im Kino besteht auch hier kein ­Zweifel: Etwas stimmt nicht in der luxem­burgischen Dorfgemeinschaft, in der ein fremder Deutscher namens Jens (Frederick Lau) nach Arbeit fragt.

Gutland
Gutland
Foto: Laurent Thurin Nal

Obwohl er schon durch die sprachlichen Unterschiede immer ein wenig außen vor wirkt, ­findet er hinein in diese geschlossene Gesellschaft: Er hilft auf dem Hof, kommt Lucy (Vicky Krieps, „Der seidene Faden“) näher und soll sogar Trompete im Dorf­orchester spielen.

Mit der Musik und einem stark entschleunigten Bilderfluss kreiert Govinda Van Maele eine ungewöhnliche ­Atmosphäre. Er lässt den ruralen Thriller, der auch ein wenig in „Gutland“ steckt, leise – im Mittelteil vielleicht zu leise – rumoren. Bisweilen hat das Ganze etwas Bedrohliches, ist gut mit Abgründigkeiten aufgefüllt. Ganz gleich, ob es um seltsame Nacktbilder geht oder um einen Dorfbewohner, der einst über Nacht spurlos verschwand. Auch über Jens erfährt man nach und nach mehr: dass er sich auf der Flucht befindet, in ein Verbrechen ver­wickelt ist und eine Tasche voller Geld versteckt.

Allerdings werden die rätselhaften Motive zum Ende hin teils zu simpel wieder aufgegriffen. Nachdem sich vorher wirkungsvoll etwas zusammenbraute, schwächelt „Gutland“ auf den eskalierenden letzten Metern – bis er dann doch noch überraschen kann. 

LUX/B/D 2017, 107 Min., R: Govinda Van Maele, D: Frederick Lau, Vicky Krieps, Marco Lorenzini

Facebook Kommentare

[fbcomments]