Arthaus-Grusel

Hagazussa – ­Der Hexenfluch

Zwei Frauen sitzen beisammen. Über ­ihnen der blaue Himmel, rundherum ­grüne Wiesen, am Horizont Gipfel. Die eine Frau würde gern mehr über die andere wissen, denn Albrun ist eine Außenseiterin. Sie lebt allein mit ihrem Kind in einer Hütte, über den Vater weiß niemand etwas, das Kind könnte auch vom Teufel persönlich sein.

Hagazussa – ­Der Hexenfluch
Foto: Forgotten Films

„Hagazussa“ von Lukas Feigelfeld führt uns in eine Zeit am Ende des Mittelalters, als die Leute noch allerlei geglaubt haben. Auch an Hexerei, also an die Möglichkeit, dass Frauen mit dem Bösen im Bund stehen. „Hagazussa“ ist ein altes Wort für ­Hexen und mit seinem archaischen Klang ein idealer Titel für einen der interessantesten Filme, die in letzter Zeit, auch in Berlin, entstanden sind. Inzwischen hat „Hagazussa“, Feigelfelds Abschlussarbeit an der Berliner Filmhochschule dffb, eine Karriere auf internationalen Festivals gemacht. Das hat auch damit zu tun, dass er sich auf zweierlei Weise sehen lässt: auf der Genreebene und als Arthouse-Film.

Die Figur der Albrun ist klassische Projektionsfläche. Das beginnt mit dem Namen und setzt sich in eine zunehmende Spannung hinein fort, wo im Film die Realität aufhört und Albruns wilde Fantasien beginnen. Zu den großartig mit der Angstlust vor Sexualität und Tod spielenden Szenen trägt auch die Musik des griechischen Duos MMMD bei.

D/A 2017, 102 Min., R: Lukas Feigelfeld, D: Aleksandra Cwen, Celina Peter, Claudia Martini

Hagazussa – Der Hexenfluch

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