Der Pariser Künstler hat den Krieg in seinem Heimatland Syrien gezeichnet

Hamid Sulaimans Erinnerungen

Graphic Novel

Wer zu Comics greift, möchte sich normalerweise unterhalten lassen. Schließlich steckt da das Wort Komik drin – auch wenn sich die Kunst der zeichnerischen Erzählung eigentlich nie in der seichten Witzecke verkrochen hat.
Hamid Sulaiman, der 1986 in Damaskus geboren wurde, Architektur und Kunst studierte und heute in Paris lebt, hat einen Comic über den syrischen Bürgerkrieg gezeichnet. Witzig ist da gar nichts. Die mit schwärzester Tusche gestalteten Bilder ersparen dem Betrachter nichts. Massaker, Hinrichtungen, Folter – die Grausamkeiten des Krieges erscheinen in dieser Bildergeschichte in einer merkwürdig vertrauten Form, die auf die westlich geprägte Popkultur verweist. Die 280 Original­blätter des Comics mit dem ­Titel „Freedom Hospital“ sind jetzt in der ­Galerie Crone zu sehen.
Sulaiman weiß, wovon er berichtet. 2011 ließ ihn das Assad-Regime verhaften und foltern. Dann gelang ihm die Flucht aus dem Land und nach Europa. Eine ­Geschichte, die  viele Flüchtlinge erzählen können. In Sulaimans Comic wird sie auf eine sehr ungemütliche Weise anschaulich. 

Hamid Sulaiman: Freedom Hospital. Abb: Galerie Crone
Hamid Sulaiman: Freedom Hospital. Abb: Galerie Crone

Bis 18.6.: Galerie Crone, Rudi-Dutschke-Str. 26, Kreuzberg, Di–Sa 11–18 Uhr
Hamid Sulaiman: Freedom Hospital. Album. Erscheinungsdatum: 15.4., 288 S., brosch., Edition Ҫà et là, Bussy-Saint-Georges 2016, 23 €