Kombi

Barbara Hammer & Oswald Oberhuber

In der Galerie KOW passt zusammen, was nicht passt: feministische Videos und Wiener Bildhauerei

Begegnet sind sie sich bisher nie. Sie hätten sich wahrscheinlich auch nicht sehr viel zu sagen. Und dennoch spricht ihre Kunst eine gemeinsame, sehr vergnügliche Sprache: die Arbeiten der US-amerikanischen Filmemacherin und Aktivistin Barbara Hammer, 1939 in Hollywood, und des österreichischen Künstlers ­Oswald Oberhuber, 1931 in Meran geboren. Dem Maler, Zeichner, Installationskünstler und Vater eines der Inhaber der Galerie KOW war in Wien gerade eine große Werkschau gewidmet. Doch auch im kleinen Format der zwei Ausstellungsräume in der Brunnenstraße entfaltet sich Oberhubers Welt trefflich vor allem in informellen und surrealistischen Skulpturen aus Karton, Farbe und Draht.
Zum Beispiel in „Hundeleiter“ (1975), ein dreistöckiges Mixed-Media-Türmchen (Foto), das hier einen gewitzten Echoraum auf Hammers Video „Doll House“ (1984) an der Wand gegenüber abgibt. Die Künstlerin seziert darin wie in ihren Papier­arbeiten humorvoll heteronormative Klischees. Die meisten ausgestellten Arbeiten stammen aus den 1960er- und 70er-Jahren. Und der Besucher fragt sich verwundert, ob sie so frech und erfrischend jung wirken, obwohl oder weil sie gerade aus dieser Zeit stammen.

Bis 6.11.: KOW Galerie, Brunnenstr. 9, Mitte, Mi–So 12–18 Uhr