Kino

Hape Kerkeling: Der Junge muss an die frische Luft

Nach einem ersten literarischen Bestseller mit seinen Pilgerfahrungen legte Entertainer Hape Kerkeling nach und erzählte in Romanform aus seiner Kindheit. Nun also der Film zum Buch des Komikers. Da stechen vor allem drei Frauen hervor: Ruth Toma (Drehbuch), Judith Kaufmann (Kamera) und Caroline Link (Regie). Ihnen ist die wohltuend unspektakuläre Dramaturgie zu verdanken – und die Inszenierung eines unglaublichen Hauptdarstellers: Julius Weckauf ist als kleiner Hape schlicht sensationell.

Im Jahr 1972 könnte der achtjährige, recht pummelige Hans-Peter in der Schule durchaus als Mobbingopfer gelten. Doch der hat sich ein entwaffnendes Gegenmittel zurechtgelegt: Mit Humor und Entertainment-Auftritten überwindet er alle Peinlichkeiten. In der Familie stehen vor allem die Großeltern im Zentrum von Hans-Peters Mikrokosmos’. Nebenbei betrachtet der Junge gerne Männer in Unterhosen im Otto-Katalog. Doch gegen eines kommt er nicht an: gegen die Depressionen seiner Mutter.

Foto: Warner

Regisseurin Link sagt: „Viel Optimismus, Humor und Zuversicht. Den Trost einer Großfamilie mit wunderbaren Charakteren. Ich habe versucht, eine Form zu finden, die das alles nebeneinander zulässt, ohne über den großen Schmerz in Hapes Kindheit oberflächlich hinwegzugehen.“ Es ist ihr gelungen.

D 2018, 95 Min., R: Caroline Link, D: Julius Weckauf, Luise Heyer, Sönke Möhring,  Start: 25.12.

Der Junge muss an die frische Luft