Thriller

Happiness

Happiness
Foto: Rapid Eye Movies

Ein Mann geht nur eben mal Wasabi zum Sashimi holen, und als er das Haus wieder betritt, ist sein Leben nicht mehr dasselbe: Nicht von ungefähr findet sich die Schlüsselszene von „Happiness ziemlich genau in der Mitte der eineinhalb Stunden in Sabus neuem Film. Sie teilt ihn aber nicht in zwei Hälften, sondern bringt eine zweiwertige Logik zum Ausdruck, um die es wohl in erster Linie geht: zum „Glück“ („Happiness“) muss man das „Unglück“ mehr oder weniger notwendig immer dazu denken – auch wenn es ungleich verteilt ist, was aber auch schon wieder eine Negation mit sich bringt.

Die Geschichte beginnt in dem lakonischen Ton, der vor allem im japanischen Kino oft latent mit Gefahr und Gewalt aufgeladen ist. Ein Mann kommt in ein Dorf, in dem eine merkwürdige Atmosphäre der Apathie und Todesnähe herrscht. In einem Koffer trägt er einen seltsamen Apparat mit sich: einen Helm, der zugleich so etwas wie ein Schreibapparat ist. Den Menschen, die dieses Ungetüm aufsetzen, bringt es die Erinnerung an früheres (oder nie bemerktes) Glück zurück: „Meine Mutter hat mich ja doch geliebt.“ Sie kippen förmlich ins Helle.

Das ist aber eben nur die eine Seite einer Geschichte, die ihr Konstruiertes ganz gut hinter einer geduldig und folgerichtig entwickelten Bewegung in Richtung Gewalt verbirgt. Und hinter der Gewalt? Muss dann auch wieder das Tageslicht reichen.

J/D 2016, 90 Min., R: Sabu, D: Masatoshi Nagase, Hiroki Suzuki, Erika Okuda, Tetsuya Chiba, Arisa Nakajima

Happiness (2017)

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