Berlin-Film

Hard & Ugly – Eine Liebesgeschichte

„Oh Boy“ lässt angenehm grüßen

Ziellos streift Et (Patrick Güldenberg) durch Leben, es klappt eher bescheiden, im Job und in der Liebe. Doch gerade als er sich von einer Brücke stürzen will, läuft ihm Carla (Kristin Becker) über den Weg. Auch sie hat Probleme, vor allen mit den Männern.

Ein ideales Paar hat das Schicksal hier also zusammengeführt, das fortan gemeinsam eine Zeitlang ziellos durch Berlin streift.

Vieles an Malte Wirtz Debütfilm ruft ­Vergleiche zu Jan Ole Gersters „Oh Boy“ hervor: die etwas verpeilten Endzwanziger, die nach einem Sinn und der Liebe ­suchen; der von Absurditäten geprägte Blick auf Berlin; die markanten Schwarz-Weiß-Bilder. Doch der 71 Minuten ­kurze Film ist mehr als ein bloßer Abklatsch ­eines großen Vorbildes. Auf der Bühne des HAU begann das Projekt, als experimen­telles Stück über jene typischen Berliner, die in den In-Bezirken leben, an irgendwelchen Projekten arbeiten, viel zu viel Kaffee trinken und trotz des Koffeins doch merkwürdig lethargisch durch das Leben laufen.

Et (Patrick Güldenberg)
Foto: Déjà-Vu Filmverleih

Voller Sympathie beobachtet Malte Wirtz diesen ganz speziellen Schlag Mensch an markanten Orten Kreuz­bergs und ­Neukölln und beweist dabei viel ­Gespür für die Merkwürdigkeiten des Großstadt- Alltags und die Absurdität der mensch­lichen Existenz. 

D 2016, 71 Min., R: Malte Wirtz, D: Patrick Güldenberg, Kristin Becker

Hard & Ugly

Kommentiere diesen beitrag