Roadmovie

Haus ohne Dach

Drei kurdische Geschwister auf abenteuerlicher Beerdigungs-Tour für die verstorbene Mutter

Soleen Yusef, die im kurdischen Teil des Irak geborene Regisseurin, erzählt in ­ihrem preisgekrönten Erstling die Geschichte dreier Geschwister. Die Familie ist vor den Schergen Saddam Husseins nach Deutschland geflohen.

Nach dem Tod des Vaters zieht es die Mutter zurück in die alte Heimat. Während Jan, der ­älteste, kaum Probleme damit hat und seiner Mutter folgt, sind Alan, der seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat und Liya, die musisch begabte Tochter, wenig begeistert.

Nachdem die Mutter im Irak gestorben ist, treffen sich die ungleichen Geschwister nach Jahren wieder, um ihren letzten Wunsch zu erfüllen: neben dem Vater begraben zu werden. Verfolgt vom langen Arm des ­Familienpatriarchen und der Polizei begeben sich die Geschwister mit dem Sarg auf der Ladefläche eines Pickup auf die Reise ins heimische Dorf.

Haus ohne Dach
Eine beschwerliche Reise
Foto: Missing Films

Yusef gelingt es in ihrem wunderbaren ­Debüt nicht nur, das Politische im Privaten zu spiegeln, sie kreiert auch durch die bis in die Nebenfiguren mit viel Wärme gezeichneten Rollen eine Atmosphäre ­voller feinem Humor und sanfter Poesie. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen von und über diese unruhige Gegend der Welt verweist sie trotz der grausamen Abgründe, die auch hier nie weit entfernt sind, auf das Gute im Menschen. 

D 2016, 117 Min., R: Soleen Yusef, Murat Seven, Sasun Sayan, Mina Ö. Sağdıç, Wedad Sabri, Ahmet Zirek

Haus ohne Dach

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