Roadmovie

Helle Nächte

Den Berliner Filmemacher Thomas Arslan hat es diesmal nach Norwegen gezogen

ZITTY-Bewertung: 5/6

Wenn der Vater mit dem Sohne einmal losfährt, dann gibt es meistens einen triftigen Grund.

In Thomas Arslans „Helle Nächte“ ist der äußerliche Anlass ein Trauerfall: Der Vater von Michael ist in seiner Wahlheimat Norwegen gestorben, für den 14-jährigen Luis war er der Opa. Die wesentlichen Dinge im Norden sind bald erledigt, doch dann ist noch Zeit.

Luis bleibt nichts anderes übrig, als die Tage mit seinem Vater zu verbringen. Es gäbe eine Menge nachzuholen, schließlich hat Michael sich lange Zeit nicht um Luis gekümmert, der mit seiner Mutter „auf dem Land“ lebt. Doch so läuft das nicht. Wenn man lange geschwiegen hat, kann man nicht auf einmal alles bereden.

Georg Friedrich (li.), Tristan Göbel
Foto: Schramm Film / Marco Krüger

Thomas Arslan folgt in „Helle Nächte“ dem strikt linearen Prinzip seiner frühen Filme, und nach dem vergleichsweise großen Versuch mit „Gold“ ist dies wieder ein minimalistischer Film, lakonisch in den Dialogen, karg in der Figurenzeichnung. Am stärksten wirkt die norwegische Natur, eine wunderbare Szene widmet Arslan einer langen Fahrt über eine Nebenstraße durch eine Gebirgslandschaft im Nebel. Georg Friedrich in der Hauptrolle und Jungstar Tristan Göbel („Tschick“) in der Rolle des Luis machen das Unbehagen zwischen Vater und Sohn fast körperlich spürbar. „Helle Nächte“ nimmt sich nicht allzu viel vor, macht dann aber alles richtig.

D/N 2017, 86 Min., R: Thomas Arslan, D: Georg Friedrich, Tristan Göbel, Marie Leuenberger

Helle Nächte (2017)

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