Hardcore

Helmet

Die New Yorker schlugen einst die Brücke zwischen Punk und Metal – und haben sich ganz gut erholt

Foto: Jacob Blickenstaff

„Ach, das sind doch die netten Jungs von nebenan mit ihrer Garagenband“, konnte man damals leicht denken. Jedenfalls bis zu dem Moment, in dem Page Hamilton seine Gitarre nahm und einen mit harten Riffs und klarer Stimme aus dem Kinderzimmer schüttelte. Mit kurz geschorenen Köpfen und gestreiften T-Shirts lieferte die New Yorker Hardcore-Truppe Helmet die 90er Jahre hindurch ein mechanisch-treibendes Kontrastprogramm für Menschen, die aufgrund ihrer Punk-Sozialisierung ein schweres Gitarrenbrett zu schätzen wussten, aber niemals eine Kutte getragen hätten. Doch dann kamen ja Helmet und von der gegenüberliegenden Seite Metallica – und trafen sich zum Spitzengespräch im Gitarrenhimmel.

Tatsächlich schufen Hamilton und seine Mitstreiter mit ihren ersten drei Alben „Meantime“, „Betty“ und „Aftertaste“ dank Indierock- und Jazzeinflüssen in den 90er Jahren einen Hafen für all diejenigen, die mit dem klassischen Gejaule zotteliger Metal-Sänger nichts anfangen konnten, aber trotzdem gern im Moshpit standen. Spätere Alben konnten zwar nie an die Wucht jener frühen Tage anknüpfen. Doch mit dem 2016 erschienenen Album „Dead to the World“ fand die Band, in der nun nur noch der mittlerweile 58-jährige Hamilton aus der Originalbesetzung übrig geblieben ist, wieder zu ihrem maschinenlastigen, klaren Sound zurück. Helm ab!

Fr., 3.8., 20 Uhr, SO36, Oranienstr. 190, Kreuzberg, VVK 23 €, AK 28 €