Horrrroooorrrr

Hereditary – Das Vermächtnis

Die Mitglieder einer bourgeoisen ­Familie residieren in einer riesigen Villa im Wald. Annie (Toni Colette), die Tochter der jüngst verstorbenen Großmutter, ist eine sensible Künstlerin, die penibel an ­einem filigran gestalteten Puppenhaus für eine Ausstellung bastelt. Ihr ­bodenständiger Gatte kümmert sich um die Kinder. Der pubertierende Peter dröhnt sich mit ­Musik und Joints zu. Die Tochter Charlie wirkt gestört, zwischen ihr und der Toten scheint eine Verbindung zu bestehen. Die 13-jährige Göre mit dem verkniffenen ­Gesicht zieht es des Nachts in ein Baumhaus, wo sie entstellte Figuren zeichnet.

Das bemerkenswerte Spielfilmdebüt von Ari Aster (auch Drehbuch) zeichnet sich durch eine düster stimmungsvolle Bildgestaltung, eine die unheimliche Atmosphäre verstärkende Musik und einen gemächlichen Schnittrhythmus ohne schrille Geisterbahn­effekte aus.

Toni Colette zieht bei ihrer Darstellung einer zur Hysterie neigenden, an einem Schuldkomplex leidenden Neurotikerin alle Register, während Gabriel Byrne als nervenstarker Vater überaus zurückhaltend agiert. Auf subtile Weise unheimlich erscheint Ann Dowd als matronenhafte Okkultistin, ihre Rolle erinnert an jene von Ruth Gordon in „Rosemarie’s Baby“. Leider entgleist der Grusel-Thriller ­stilistisch beim grotesken Finale, das eher lächerlich statt schockierend wirkt.

USA 2018, 127 Min., R: Ari Aster; D: Toni Colette, Gabriel Byrne, Alex Wolf, Start: 14.6.

Hereditary – Das Vermächtnis

Facebook Kommentare

[fbcomments]