ROMANADAPTION

Hool

Adrian Figueroas inszeniert den Bestseller „Hool“ als hochtouriges Testosteron-Theater

Ihre Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe – Foto: Arno Declair

Die Inszenierungen des Jungen DT, der Jugendsparte des Deutschen Theaters, zählen oft zu den spannendsten Produktionen dort. Hier machen, von Profis angeleitet, junge Akteure hautnahes Theater. Dazu trägt die räumliche Nähe in der DT-Box bei, wo größtenteils die Aufführungen neuer Texte zu aktuellen Themen stattfinden. Das gilt auch für Adrian Figueroas Inszenierung des Hooligan-Romans „Hool“ von Philipp Winkler.

Dabei interessiert Figueroa wie bereits Winkler nicht so sehr die eher rechtsextreme Einstellung der heftigen Jungs aus der Hooligan-Szene. Dass deren Gewalt eher ein stummer Schrei nach Liebe ist, wie es in einem Song von Die Ärzte heißt, illustriert Winkler mit seinem Protagonisten Heiko und seinen Kumpels. Figueroa veranschaulicht das, in dem er die Figuren aufspaltet: Vier Kinder spielen sie in den Rückblenden auf die Kindheit, vier erwachsene Schauspieler die knallharten Hannover-96-Fans zwischen Alltagstris­tesse und dem Rausch der Gewaltexzesse.

Das Bühnenbild (Ausstattung: Irnia Schicketanz) trennt sie zunächst fein säuberlich auch räumlich, doch zunehmend vermischen sich die Zeit- und Spielebenen. Ein hochtouriges Testosteron-Theater mit stillen Momenten. FRIEDHELM TEICKE

18. + 21.1., 19 Uhr, 31.1., 18 Uhr, Deutsches Theater–Box, Schumannstr. 13a, Mitte. Regie: Adrian Figueroa; mit Christoph Franken, Sascha Göpel, Liou Kleemann, Jeremy Mockridge, Friedrich von Schönfels, Oskar von Schönfels, Loris Sichrovsky, Caner Sunar. Eintritt 14, erm. 9, für Schüler 6 €