Ai wei wei

Human Flow

Nein, ein Dokumentarfilm im strengen Sinn ist der erste Kinofilm von Ai Weiwei nicht, auch nicht ästhetische Avantgarde. Sogar Vertraute des in Berlin lebenden, regimekritischen Künstlers aus China lästern über Schnitt und Dramaturgie.

Lasse man sie lästern. „Human Flow“ ist der Essay eines Künstlers, der um seine Privilegien weiß, konnte er nach Haft und Passentzug China doch noch mit seiner Familie verlassen und in Berlin eine Professur annehmen. Rund 65 Millionen anderen Flüchtenden weltweit geht es viel schlechter.

Human Flow von Ai Weiwei
Foto: Human Flow

Mit „Human Flow“ verneigt sich Ai vor ihnen. Etwa 400 Interviews aus 40 Camps, so sagt er, liegen dem Film zugrunde. Der Zusammenschnitt lässt sich in Griechenland viel Zeit, in Afrika und Asien dagegen, wo der Klimawandel dazukommt, hetzt der Film dem Schluss entgegen. Dennoch gelingt es Ai, die globale Perspektive (dank zahlreicher Kameradrohnen) mit individuellen Blicken in Einklang zu bringen. Die Szenen, in denen sich eine Muslima übergeben muss oder Schülerinnen in Gaza über ihre Perspektivlosigkeit lachen, prägen sich ein.

Human Flow, USA 2017, 140 Min., R: Ai Weiwei, Start: 16.11.

Human Flow

Das Interview mit Ai Weiwei

Intweview mit Ai Weiwei zu seinem ersten Kinofilm „Human Flow“

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