Berlin

Huta, CBD und Katzencafé — Neue Trends für Berliner Vierbeiner

Sie bereichern das Leben, machen viel Arbeit und sind aus dem Alltag nicht wegzudenken: des Menschen bester Freund, das Haustier. Schätzungen nach lebten im Jahr 2016 etwa 30 Millionen Haustiere in ganz Deutschland. Dabei führen Katzen das Ranking noch vor Hunden ganz klar an. Das gleiche Bild zeigt sich in der Hauptstadt: Allein in Berlin waren rund 105.000 Hunde gemeldet, die Zahl der Katzen dürfte fast doppelt so hoch sein.

Für die vielen Tierbesitzer bedeutet ein Haustier auch entsprechende Verantwortung. Gerade für Hunde und Katzen gilt: Sie gewöhnen sich sehr an den Menschen, erwarten von ihm Fürsorge und Zeit. Erschreckend hoch sind die Zahlen derer, die sich ihres vierbeinigen Begleiters einfach entledigen. Der Tierschutzverein Berlin gibt an, dass besonders vor Urlaubszeiten die Zahl ausgesetzter Tiere regelmäßig steigt. Dabei gibt es für Situationen, in denen sich die Wege von Mensch und Tier trennen sollen, eine spezielle Abgabestelle. Die meisten Haustiere können ihr Leben aber in einem fürsorglichen Haushalt rundum genießen. Mit kleinen Tipps gelingt das allen Berliner Schnauzen noch besser.

Innovationen bei der Pflege

Wie Haustierhalter ihre kleinen Freunde richtig pflegen, ist hinlänglich bekannt. Auch wenn die Tiere krank sind und ein Besuch beim Tierarzt ansteht, erhalten Halter dort wichtige Anweisungen für Genesung und Wohlergehen. Im Zuge neuer Gesundheitstrends hat sich allerdings auch in der Tierwelt etwas getan.

Konkret gefragt: Wie wäre es für das Wohlbefinden von Hund und Katze mit ein bisschen Cannabis? Natürlich nicht in der immer noch nicht legalisierten Form mit haufenweise Tetrahydrocannabinol (THC), das den Cannabis zugeschriebenen Rausch verursacht. Die Cannabispflanze hat noch so viel mehr zu bieten. In speziell angebautem Nutzhanf findet sich ein Bestandteil in hoher Konzentration, der positive Effekte auf den Körper haben kann. Das nicht psychoaktive Cannabidiol (CBD) ist ein Wirkstoff, der im Organismus entzündungshemmende Eigenschaften entfaltet. In Öl, Salben oder Nahrungsergänzungs­mitteln beigesetzt, konnten schon positive Effekte bei der Schmerzbekämpfung festgestellt werden. Auch gegen andere Beschwerden stehen Produkte mit CBD zur Verfügung, die als Pflege für Haut, Haare oder die allgemeine Balance zum Einsatz kommen.

Cannabis ist als CBD-Lieferant eine Nutzpflanze für Mensch und Tier
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Speziell für Hunde und Katzen gibt es solche Präparate mit Cannabidiol als Nahrungsergänzung. So steckt im Leckerli neben Vitaminen und Spurenelementen noch eine Extraportion CBD gegen Schmerzen und Stress — rundum eine ausgezeichnete Belohnung für das Haustier.

Draußen ist’s am Schönsten

Hunde und Katzen finden in einer Großstadt natürlich andere Bedingungen vor als in einem beschaulichen Dorf. Trotz Straßenverkehr, Betonfassaden und Menschenmassen hat Berlin einiges für den Drang nach freiem Auslauf zu bieten. Während Katzen überwiegend als Wohnungstiger glücklich leben, müssen für Hunde tägliche Touren und Zeit zum Austoben auf dem Programm stehen. Herrchen und Frauchen müssen sich beim Gassigehen natürlich an die Vorgaben halten, die für Haustiere in öffentlichen Bereichen gelten.

Der Hundesparziergang wird in Berlin zukünftig stärker reglementiert. Nach der neuen Verordnung gilt ab 2019 generelle Leinenpflicht in den meisten öffentlichen Bereichen, es sei denn, diese sind anders gekennzeichnet. Wer mit dem Hund allerdings eine Sachkundeprüfung besteht, der muss zum leinenlosen Vergnügen nicht ausschließlich eines der Hundeauslaufgebiete aufsuchen. Eine vorteilhafte Angelegenheit, herrscht doch vom Tempelhofer Feld bis zum Wannsee täglich Hochbetrieb. Interessant sind hingegen die kleinen, zurückgezogenen Orte, an denen der Vierbeiner dem Ball hinterherjagen darf. Hunde können sich zum Beispiel am Schäfersee auf einem Hundespielplatz beim Hindernislauf versuchen. Für ausgedehnte Spaziergänge und Kletterakrobatik ohne viel Konkurrenz bietet sich zum Beispiel das Forstgebiet Jungfernheide an.

Das Toben im Park ist für Stadthunde ganz besonders wichtig
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In den heißen Monaten tut ein Sprung ins kalte Wasser gut. Offiziell baden dürfen Hunde nur am Grunewaldsee am Rande von Berlin. Der Badestrand dort ist zu Stoßzeiten natürlich entsprechend überlaufen, bietet aber für eine kleine Abkühlung des Vierbeiners ausreichend Platz.

Für Berlins Hauskatzen steht ein Ausflug ins Grüne in der Regel nicht an. Von Equipment wie Katzengeschirr oder Leine raten die Experten eher ab. Katzen sind selbstständige Vierbeiner. Das geführte Gassigehen liegt nicht in ihrem Naturell. Vor allem Katzen, die Zeit ihres Lebens in einer Wohnung verbracht haben, vermissen rein gar nichts. Bestenfalls darf eine Katze als Freigänger alleine irgendwo unterwegs sein, wenn es die Wohnsituation zulässt. In einer Großstadt ist das allerding eher selten der Fall.

Trendige Neuheiten für Hunde

Eine schöne Beschäftigung für Hund und Herrchen: Trickdogging macht Spaß und schult die Aufmerksamkeit
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Hunde sind Familienmitglieder und müssen auch versorgt werden, wenn die Besitzer zur Arbeit gehen. Natürlich kann ein Hund lernen, für eine gewisse Zeit alleine in der Wohnung zu bleiben, ohne sich zu lösen. Es gibt aber immer mehr interessante Alternativen — zum Beispiel eine Huta. Berlins arbeitende Hundebesitzer können ihren vierbeinigen Freund jeden Morgen guten Gewissens in einer Hundetagesstätte unterbringen. Hier kann der Hund aktiv sein und ist bestens versorgt.

Wenn Herrchen ihn später wieder abholt, sorgen Freizeitaktivitäten wie Trickdogging für Abwechslung im Stadtalltag. Dabei kommt es nicht auf einen speziellen Ort an. Auch in der eigenen Wohnung ist es ein prima Zeitvertreib. Wenn der Hund auf spielerische Weise lernt, die Hausschuhe zu holen oder eine Tür zu öffnen, ist auch bei Regenwetter gute Stimmung angesagt.

Für Haustierfans ohne Haustier

Eine Lösung gibt es auch für tierbegeisterte Berliner, die sich aus Zeitgründen oder Platzmangel kein eigenes Haustier zulegen wollen. Mittlerweile muss nicht mehr nur mit Nachbars Katze geschmust werden, wenn sie es denn zulässt. In der Hauptstadt gibt es vereinzelt Katzencafés, in denen nicht nur Getränke serviert werden. Zum Team gehören dort mehrere Katzen, die sich gerne mal von den Gästen kraulen lassen. Wer diese Idee toll findet, schaut sich in Charlottenburg, Lichtenberg oder Neukölln mal etwas genauer um. Für Hundeliebhaber ohne eigenen Vierbeiner bietet sich ein Gang ins Berliner Tierheim an: Hier sind ehrenamtliche Helfer willkommen, die regelmäßig mit den Hunden einen Spaziergang unternehmen.

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