Kino

I am Mother

Der Erstling des australischen ­Regis­seurs Grant Sputore ist eine erfreuliche Überraschung im Genre Science-Fiction: ein souverän inszeniertes Drei-Personen-Kammerspiel um den per Motion Capture animierten Roboter „Mutter“ (im Original gesprochen von Rose Byrne), die von ihm großgezogene „Tochter“ ­(Clara Rugaard) und eine fremde „Frau“ ­(Hilary Swank), die das vermeintliche Mutter-Tochter- Idyll ins Wanken bringt.

Eine ungewöhnliche Beziehung
Foto: Concorde Filmverleih GmbH

Schauplatz der Geschichte ist ein groß­zügig dimensioniertes, von der Außenwelt abgeschlossenes Labor, dessen ­wahres Ausmaß zunächst im Unklaren bleibt. Hier wächst „Tochter“ in der Obhut von „Mutter“ auf, als Teil eines Wiederbevölkerungsprogramms, nachdem die Menschheit offenbar ausgelöscht wurde. Dass „Mutter“ nicht nur mütterlich-nett ist, sondern auch anders kann, wird dabei schnell deutlich, aber auch die ­verletzte „Frau“, die von außen kommend bei „Tochter“ um Hilfe nachsucht, ist wohl nicht ganz vertrauenswürdig.

Die philosophischen Dimensionen des Drehbuchs von Michael Lloyd Green entfalten sich zwar erst nach und nach mit der Enthüllung diverser verstörender Plotwendungen, doch auch sonst kann man an diesem Film seinen Spaß haben: an der sagenhaften Präsenz der dänischen Nachwuchsschauspielerin Clara Rugaard ebenso wie am Design von „Mutter“, in dem sich autoritäre Fürsorge und Bedrohlichkeit angemessen spiegeln.

AUS 2019, 113 Min., R: Grant Sputore, D: Clara Rugaard, Hilary Swank, Start: 22.8.