Bühne

Ich bin nicht Mercury

Nach dem Musical „We will Rock You“ bekommen Queen-Songs hier erneut ­einen Musiktheaterrahmen, irgendwie

We will rock you: Sophie Berner, Thomas Borchert – Foto: DERDEHMEL/ Urbschat

Einmal ein Stück mit der grandiosen ­Musik von Queen auf die Bühne bringen – diesen Wunsch hatten die Macher vom Schlosspark Theater und Autor Thomas Schendel. Doch was nun als Uraufführung zu sehen ist, kann nur mit Mühe als Musical – also ein Singspiel mit Liedern und durchgängiger Handlung – bezeichnet werden. Denn gerade an letzterer mangelt es „Ich bin nicht Mercury“ ungemein, viel mehr als emotionales Techtelmechtel zwischen den Mitgliedern einer Band, die für Queen-Aufnahmen proben, ist da an Handlung nicht zu verzeichnen.

Doch das macht gar nichts, wissen doch die vier Sänger-Schauspielenden und die vierköpfige Band mit ihrem größten Pfund zu wuchern: der Umsetzung von Freddie Mercurys Musik. Da stimmen die mehrstimmigen Passagen, selbst an den Opernteil von „Bohemian Rhapsody“ traut man sich, und Sophie Berner meistert sogar das schwierige „You Take My Breath Away“.

Schön auch, wenn eigene Ideen die berühmten Songs bereichern, etwa mit Beat­box bei „Another One ­Bites The Dust“ oder durch den Einsatz der bei Queen gänzlich unbekannten Mundharmonika (musikalische Leitung: Harry ­Ermer). So ist dieser musikalische Abend ­weniger ein Musical, hier spielt – und das ist durchaus positiv gemeint – schlicht die beste Queen-Coverband weit und breit. MARTIN SCHWARZ

Bis 23.2., Di–Sa 20, So 16 Uhr, Schlosspark Theater, Schlossstr. 48, Steglitz. Regie: Thomas Schendel; mit Thomas Borchert, Sophie Berner/Frederike Haas u.a., Eintritt 19–41 €