Berlins aufregendste junge Schauspieler

Iljá Pletner

Er ist schon ein eigensinniger Bursche, dieser Iljá Pletner. Da studiert er an Berlins berühmter Schauspielerschmiede „Ernst Busch“, macht auch bei der nächsten Karrierestation im Abschlussfilm „Novemberkind“ des Regie­talents Christian Schwochow eine gute Figur – doch dann landet er nicht an einer großen Bühne, sondern im Berliner Theateruntergrund.

Ursache dafür mag auch der russische Akzent sein, der den im ukrainischen Dnepropetrowsk geborenen Schauspieler begleitet. Für den Film war er eine gute Eintrittskarte: So kam Pletner in den Cast von Max Färberböcks „Anonyma“. Das inzwischen legendäre Theater Eigenreich gab Pletner eine Bühne, später verlieh er mit seiner Expressivität der Theaterkapelle und dem Theater unterm Dach echte Energieschübe. So gilt der Glücksfall aus Migration, Talent und Ausbildung inzwischen als das Schauspielerjuwel der freien Szene.

Auf der Bühne ist dieser schmale, dunkelhaarige Bursche tatsächlich ein Ereignis. Funken sprühen aus den Augen, die Hände stehen niemals still, Intensität lässt den ganzen Körper vibrieren. Bisheriger Höhepunkt war sein abendfüllender Monolog in der Rolle des Zivi­lisationsverächters aus Dostojewskis „Aufzeichnungen aus dem Untergrund“ in der Regie von Ingrun Aran. Russischkompetenz war hier übrigens nicht von Nachteil. Tom Mustroph

Alter: 29
Theater:
Theater unterm Dach, Theaterkapelle
Paraderolle: der monologisierende Zivilisationshasser in „Aufzeichnungen aus dem Untergrund“ (Regie: Ingrun Aran)
Auch bekannt durch: „Novemberkind“ von Christian Schwochow (Kino)
Demnächst zu sehen: in „flashback – 2009 gefallen im 2. Weltkrieg“, 19.+20.9., 20 Uhr, „In der guten Stube“, 26.+27.9., 20 Uhr,
Theater unterm Dach