Gegen den Stich

Impfen oder nicht?

Kinderkrankheiten werden wieder häufiger, vor allem die Masern – obwohl es ­wirksame ­Gegenmittel gibt. Eine Ursache: Impfgegner, die den Schutz verweigern. Für die WHO ­zählen sie zu den größten Bedrohungen der globalen Gesundheit. Berlin ist ein Zentrum der ­irrationalen Bewegung

Christoph Meinecke zitiert eine Statistik, lächelt, hält inne. Dann zeichnet er ein Schaubild an die Tafel, wie ein Lehrer im Sachkunde-Unterricht. Um Aufmerksamkeit zu gewinnen, erzählt er Anekdoten und unerhörte Begebenheiten. Der Mediziner, der das Impfen gegen ansteckenden Krankheiten zur Gefahr erklärt, ist ein guter Rhetoriker.

Christoph Meinecke ist ein Berliner Kinderarzt, Ende 50 mit grauen Locken. Im Familien­forum Havelhöhe, einem anthroposophischen Veranstaltungshaus am westlichen Rand der Stadt, hält er einen Vortrag. „Mumps, Röteln und Masern sind im Kindes­alter harmlos“, doziert er zum Beispiel – einer ­dieser ­Sätze, die seine Schüler in ihre Blöcke protokollieren. Das Publikum verkörpert einen Querschnitt der Gesellschaft: Es gibt Mütter um die 30. Junge Väter, ob Arbeiter oder Hipster. Dazwischen Normalos, die Outdoor-Jacken über ihre Stühle gelegt haben. Und Rentnerpärchen, womöglich Großeltern.

 Der Vortrag wurde im vergangenen November ­gehalten, im Rahmen einer Informationsveranstaltung namens „Impfen – was spricht dafür, was dagegen?“. Sie findet alle zwei Monate im Familienforum statt, gesäumt von den Bauten des anthroposophischen Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe. Meinecke wechselt sich dabei mit einer anderen Ärztin ab. Ein Ort, der von der alternati­ven Großklinik unabhängig ist, das Gebäude gehört der Familien­forum Havelhöhe gGmbH; einer der beiden Geschäftsführer ist Christoph Meinecke.

Er ist Sprachrohr einer Gemeinschaft, deren Anhänger von Forschungszentren wie dem Robert-Koch-Institut als „Impfgegner” bezeichnet werden, während sie selbst sich „Impfskeptiker“ nennen. Mit Schulmedizinern liefern sich die Koryphäen der Bewegung einen erbitterten Streit über das Für und Wider von Impfungen, nicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Staaten oder den USA. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht im Furor der Impfgegner mittlerweile eine der größten Bedrohungen für die globale Gesundheit – zusammen mit Ebola, Luftverschmutzung oder dem Klimawandel.

 Es geht um eine Gegenöffentlichkeit, die wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse der Medizin angreift, mit ­Mythen über das Impfen, ob gegen Masern, Mumps, Tetanus oder Diphterie – bei Veranstaltungen wie zum Beispiel diesem Vortrag von Christoph Meinecke. 

Die Anhänger der Szene verbreiten ihre Ansichten auch auf Internetseiten wie „impfkritik.de“ und „impfen-nein-danke.de“. Oder im Kreis von „Impfstammtischen“, einem halben Dutzend allein in Berlin, ins Leben gerufen von Heilpraktikern, aber auch von ­Freaks wie Frank Reitemeyer. Der Rechtsextremist und ehemalige NPD-Politiker erregte Aufsehen, als er vor einigen Jahren den Bundestag auf Einsicht in vermeintliche Ufo-Akten verklagte.

Die Befürchtungen der Impfgegner: dass Impfungen zu Multipler Sklerose führen könnten. Oder dass sie bloß der Pharmaindustrie dienen, sie Profite auf Kosten von Verbrauchern macht. In Deutschland haben die Theorien im vergangenen Jahr in den gesellschaftlichen Mainstream gefunden. Der Regisseur David Sieveking, ein junger Dokumentarfilmer aus Berlin, platzierte eine Reportage in den deutschen Kinos. „Eingeimpft“ hieß der Film, er handelt von den Irrwegen des Filmemachers selbst, der mit seiner Frau nach einem Rezept sucht, wie ihre kleine Tochter ­Zaria mit Kinderkrankheiten umgehen sollte: piksen lassen oder die Malaisen ausschwitzen? Sieveking blieb eine Antwort schuldig, gab aber fragwürdigen Missionaren Raum für ­Statements. Der Film „sät bewusst oder unbewusst Zweifel“, bemängelt die Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“.

Werbung für umstrittenen Film

Was treibt vernunftbegabte Menschen dazu, das Impfen in ­Frage zu stellen, gar zu dämonisieren? 

 Christoph Meinecke, der Redner von der Havelhöhe, wirbt gleich zu Beginn des Vortrags im Pavillon für Sieve­kings Streifen: „Es lohnt sich, den Film anzuschauen.“ ­Anschließend setzt er lauter Arzneien auf die schwarze Liste: Die Impfung gegen das Rota-Virus sei „unethisch“, gegen die Röteln „schlicht unsinnig“. Überhaupt sei eine Kinderkrankheit wie die Röteln eine tolle Gelegenheit, „um einen Schutz aufzubauen“. Im Gegenzug warnt er vor Krankheiten, für die das Risiko nach bestimmten Impfungen in den jeweiligen Gruppen steigt: „Allergie, Krebs und Angsterkrankungen nehmen zu.“ Gegenüber ZITTY ist Meinecke nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Masern, Mumps und Röteln sind im Kindesalter harmlos

Christoph Meinecke, Kinderarzt aus Havelhöhe

 Von Meineckes Aussagen will sich das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, 2007 von der „Techniker Krankenkasse“ zur besten Klinik Deutschlands gekürt, nicht distanzieren. Harald Matthes, ärztlicher Leiter und ­Geschäftsführer, erklärt: „Wir als Krankenhaus schätzen die freie Meinungsäußerung und den wissenschaftlichen Diskurs, so dass wir keine Zensur oder einseitige Meinungsbildung wünschen. Wie die Ärztekammer Berlin sehen wir lediglich ein Einschreiten als Klinikleitung gegeben, wenn der wissenschaftliche Diskurs verlassen wird und einseitige Propaganda oder Agitation stattfindet.“

 Andere Mediziner bringen die Thesen der Impfgegner dagegen in Wallung, etwa beim Robert-Koch-Institut, wo Nobelpreisträger und andere ranghohe Forscher ein- und ausgehen. „Seit ihrer Einführung haben Impfungen Millionen von Todesfällen verhindert“, entgegnet eine Sprecherin. Natür­lich sind Impfstoffe keine Zuckerbrause – der Organismus von Säuglingen und Kleinkindern wird kurzzeitig in einen Alarmzustand versetzt, zumal getötete oder abgeschwächte Erreger in den Wirkmitteln enthalten sind. So sollen sich Antikörper gegen Infektionskrankheiten bilden.

Masern
Krankheitsfälle im Jahr 2017: 69
Impfquote: 1. Impfung 97,3 %; 2. Impfung 92,6 %
Quelle: Robert-Koch-Institut
(Zahlen gelten für Berlin)

Foto: Hans R. Gelderblom, Freya Kaulbars. Kolorierung: Andrea Schnartendorff / Robert Koch-Institut

Der Impfkalender, aufgestellt von der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut, ist in der Tat ambitioniert, etliche Male werden Babys und Kleinkinder geimpft. Die Substanzen können die Haut röten und schwellen ­lassen, Fieber auslösen, Kopfschmerzen verursachen. 

Für die Pharmabranche ist der Verkauf von Impfstoffen ein boomendes Geschäft. Etwa 1,2 Milliarden Euro jährlich beträgt in Deutschland der Umsatz mit den Substanzen. Von den ehrgeizigen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission profitiert etwa GlaxoSmithKline, ein Großkonzern mit Sitz in London – das Unternehmen vertreibt einen begehrten Vierfach-Impfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Gleichzeitig ist der Pharma-Riese mit der Ständigen Impfkommission verbandelt. 2009 etwa waren laut „Lobbypedia” neun der 16 Mediziner, die Mitglieder der Gremiums sind, schon einmal für GlaxoSmithKline tätig gewesen – ob als Gutachter, Berater, Referenten oder Auftragsforscher. Ein kritischer Blick auf diesen vermeintlichen Rat der Weisen ist also verständlich. 

Doch muss man deshalb gleich den grundsätzlichen Nutzen von Medikamenten verneinen, die ganze Gesellschaften vor Pandemien bewahren?  

Die vermeintliche Gefahr, an Krebs, Allergien oder Angststörungen zu erkranken, ist beispielsweise Panikmache. Ebenso wenig können Wissenschaftler andere Schauermärchen in Studien nachweisen, etwa eine ­spätere Leidensgeschichte als Patient mit Autismus oder einer Nervenkrankheit. Was dagegen passiert, wenn zu viele Menschen nicht geimpft sind, zeigte sich im Frühjahr 2015: Damals grassierten die Masern in der Hauptstadt. Ein andert­halb Jahre altes Kind starb, knapp 600 Menschen erkrankten. Zum Menetekel wurde der Kiez rund um den Helmholtzplatz, wo allein im Jahr 2011/2012 etwa 15 Prozent der Erstklässler bei der Einschulungsuntersuchung nicht gegen Masern immunisiert waren.  

Rota-Virus
Fälle im Jahr 2017: 2025
Impfquote 31,3
Foto: Hans R. Gelderblom / Robert Koch-Institut

Annebärbel Jungbluth ist eine frühere Kinderärztin, die in Prenzlauer Berg mehrere Generationen von ­Kindern ­behandelt hat. In der DDR-Ära, aber auch während der Nachwendezeit. Dabei ist sie immer wieder Eltern begegnet, die Impfungen für Quacksalberei hielten. Heute ist sie eine Aufklärerin, meinungsstark in ihrer 2015 erschienenen Autobiografie „Ja, aber … Eine Berliner Ärztin erzählt“, aber auch gegenüber Journalisten.

In einem plüschigen Café im Osten der Stadt nennt sie zunächst die erwartbaren Gründe für die Anziehungskraft der Glaubenssätze von esoterisch angehauchten ­Medizinern: dass immer mehr Menschen an Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen verlieren würden, also auch in die Schulmedizin und in die Gesundheitsbranche. Und dass das Internet sie noch tiefer in Zweifel stürze, mit ­Verschwörungstheorien auf dubiosen Nachrichtenseiten und Youtube-Kanälen.

Dann widmet sich Annebärbel Jungbluth der Hauptstadt selbst, diesem Tummelplatz der Nein-Sager. Und tadelt deren Wissenslücken: „Ein Grund für die Leichtgläubigkeit ist, dass viele Menschen immer weniger naturwissenschaftlich gebildet sind.“ Sie meint nicht nur ­geringe Schulstundenzahlen in Biologie oder Chemie, sondern auch das Berliner Gesellschaftspanorama: ein Hotspot für Künstler, Kreative und alternativ Bewegte. „Diese Gemengelage hat einen Einfluss auf das Weltbild der Menschen“, sagt sie. Nüchternes wissenschaftliches Denken sei unterentwickelt. Lehre und Forschung stünden zudem unter Verdacht, von der Industrie beeinflusst zu sein. Spirituelle Angebote sind dagegen populär: Heilpraktiker statt Dr. med., Feng Shui statt Vorsorge-Untersuchung.

Natürlich sind unter denjenigen, die Impfungen verstreichen lassen, gelegentlich auch schlamperte Eltern, die Termine einfach vergessen. Wie häufig Berliner Eltern auf Impfungen verzichten, untermauern Statistiken, etwa zu Masern-Impfungen. So hatten 7.300 Kinder des Jahrgangs 2013 in den ersten 24 Monaten keinen Schutz gegen ­diese Kinderkrankheit, so viele wie in keiner anderen deutschen Stadt.  

Wegen der Impfmüdigkeit sind die Masern ­beispielsweise so gefährlich wie lange nicht mehr. 2017 zählte das ­Robert Koch-Institut deutschlandweit 929 Masern-Fälle – fast dreimal mehr als 2016. Die Ursache: dass die Impfrate sinkt,  in Berlin etwa unter 95 Prozent bei der zweiten Impfung, die Kinder bis Ende des zweiten Lebensjahrs erhalten. Eine Zahl, die überschritten werden müsste. Dann wäre die Herdenimmunität erreicht – es wären genug Menschen geimpft, dass die Krankheit ausgerottet werden könnte. Doch der Durchbruch rückt in die Ferne. Im Schnitt gibt es mittlerweile sogar zwischen drei und sieben Todesfälle pro Jahr, wegen Masern oder jener Krankheit, die so eine Infektion zur Folge haben kann: SSPE, eine Entzündung des Gehirns.

Die Historie der Impfgegner

Dabei ist der Griff zur Medizin eine Erfolgsgeschichte, die selbst hartgesottene Impfgegner überzeugen müsste. Noch 1980 starben 2,6 Millionen weltweit an den Masern; 2011 waren es weniger als 90.000. Der Schwund hat keineswegs mit Wadenwickeln oder homöopathischen Ölen zu tun, sondern mit den so verrufenen Impfstoffen. 

Mit ihrer Anti-Haltung reihen sich Impfgegner in eine lange, internationale Geschichte des Widerstands ein. Schon 1885 zogen 20.000 Impfgegner durch die Straßen des britischen Leicester. Das Symbol des Protests: ein Kindersarg, den Demonstranten in die Luft hievten. Pharmazeuten hatten damals einen Wirkstoff ­gegen die Pocken entwickelt, die aus der Türkei ins Königreich importiert worden waren. In der Arznei sahen die Kundgebungsteilnehmer eine Bedrohung für die kollektive Gesundheit: Es schwäche das natürliche Abwehrsystem der Menschen, wie auch andere künstliche Substanzen aus dem Medizinschrank.  

Mumps
Fälle im Jahr 2017: 34
Impfquote: 1. Impfung
96,8 %, 2. Impfung 92,2 %

Foto: CDC / Courtesy of A. Harrison and F. A. Murphy / wikimedia commons / gemeinfrei

Ein esoterisches Weltbild, das auch den Vortrag von Christoph Meinecke prägt. Krankheiten sind demnach Reife­prozesse, eingebettet in den natürlichen ­Lebenszyklus. Eine Vorstellung, die vor allem unter Anthroposophen verbreitet ist. Ein Stichwortgeber für die Impfgegner der Gegenwart ist zudem eine pseudowissenschaftliche Studie, erschienen 1998. In dem Machwerk behauptet Andrew Jeremy Wakefield, ein Mediziner aus Großbritannien, die Dreifachimpfung gegen die Kinderkrankheiten Masern, Mumps und Röteln führe möglicherweise zu Autismus. 

Dass später die britische Ärztekammer feststellte, der Verfasser habe Forschungsergebnisse in „unehrlicher“ und „unverantwortlicher“ Weise präsentiert, und ein Berufsverbot gegen ihn verhängte: Korrekturen, die zu spät kamen. Die Studie war längst im Umlauf. Womöglich hat sie sogar den Polit-Promi unter den Impfgegnern beeindruckt: ­Donald Trump, jener US-Präsident, der für Fake News schon immer ein Faible gehabt hat. Mehrmals hat der Apokalyptiker in Interviews behauptet, eine „Autismus-Epidemie“ überschwemme die USA – losgetreten von Impfungen. 

Andrew James Wakefield erneuerte seine Thesen, als er vor ein paar Jahren den Propaganda-Film „Vaxxed“ ­drehte. Darin warf der Verschwörungstheoretiker der US-Gesundheitsbehörde CDC vor, sie habe einen Zusammenhang ­zwischen Impfungen und Autismus vertuscht. Als der ­Kinofilm 2017 in Deutschland über Leinwände flimmern sollte, regte sich Protest von Impfbefürwortern – woraufhin Kinobetreiber in Hannover und Karlsruhe den Film aus dem Programm strichen. Das Babylon-Kino am Rosa-Luxemburg-Platz zeigte  „Vaxxed“ dennoch. Impfgegnern wurde in der Hauptstadt wieder einmal die große Bühne bereitet. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Immer mehr Menschen sind naturwissenschaftlich nicht gebildet

Annebärbel Jungbluth, ehemalige Ärztin aus Prenzlauer Berg

Seit Kurzem kämpft der Senat gegen das Laissez-faire an – und will die Impfmoral stärken. Das Instrument ist der Berliner Masern-Röteln-Eliminationsplan, im ­Februar 2018 beschlossen – im Behördendeutsch furchteinflößend „BEMREP“ abgekürzt. Das Maßnahmenpaket setzt Eltern und Kitas unter Druck. Väter und Mütter müssen nachweisen, dass sie eine Impfberatung besucht haben, wenn sie ihren Spross in einer Kita unterbringen. Weigern sich die Eltern hartnäckig, droht ein Bußgeld. Eine Sanktionierung, die bis jetzt jedoch noch nicht angewendet worden ist, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit mitteilt. Eine weitere Idee: Die Gesundheitsämter beraten die Eltern seither bei den Einschulungsuntersuchungen. Auf Wunsch sollen sie sogar impfen. Ob die Maßnahmen zu einem Bewusstseinswandel führt, lässt sich noch nicht genau sagen. Die jüngsten Statistiken zeigen aber einen Trend: Die Zahl der Masern-Fälle sank zuletzt, von 69 im Jahr 2017 auf 30 im vergangenen Jahr.

Diphtherie
Krankheitsfälle im Jahr 2017: 2
Impfquote: 94,6 %

Foto: Hans R. Gelderblom / Robert Koch-Institut

Manchen ist die Offensive des Senats gegen Impf-Verweigerer zu lasch. Zum Beispiel der FDP: Sie will eine Impfpflicht einführen. Bald sollen die Politiker im Abgeordnetenhaus darüber abstimmen. Die Hoffnung der Liberalen, die sich auf einmal so paternalistisch geben: dass Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps oder Röteln bald der Vergangenheit angehören.

Jenseits des politischen Tatendrangs gäbe es ein weiteres Gegenmittel: Niedergelassene Ärzte sollten ein Bewusstsein für den Einfluss der Pharmakonzerne entwickeln. Und sich fragen, ob sie immer zu den Arzneimitteln der großen Firmen greifen müssen.

In der Folge könnte die Marktmacht der großen Player bröckeln, ob GlaxoSmithKline, Merck oder Pfizer. Die ­heilsame Wirkung: Vielfalt statt Mono­polisierung, ein Wettstreit zwischen Formeln und Forscher- Ehrgeiz ein frischer Wind, der auch in der Schulmedizin zu einer vielstimmigen Diskussion über Sinn und Unsinn von Impfungen führen würde. Vielleicht ließe sich dann auch sagen, wie viele Termine im Impfkalender wirklich nötig sind.