Kino

In My Room

Armin ist einer jener Berliner, die sich nicht so recht an das geordnete Leben von Erwachsenen gewöhnen wollen. Er arbeitet als Kameramann für das Fernsehen, hat ab und zu Probleme mit dem „Cashflow“ und stößt in einer Beinahe-Affäre mit einer deutlich jüngeren Frau an Grenzen der inneren Flexibilität. Im Grunde ist er reif für ein Abenteuer, das weit über flüchtigen Sex hinausgehen müsste.

In My Room
Foto: Pandora Films

In Ulrich Köhlers „In My Room“ wartet auf Armin eines der größten denkbaren Abenteuer. Während eines Aufenthalts in seiner westdeutschen Heimat verschwinden über Nacht alle Menschen, und Armin bleibt allein zurück. Die große Einsamkeit erweist sich als Gelegenheit zu einer großen Freiheit – und zu einer Neuerfindung im Zeichen einer anderen Männlichkeit. Dass Armin dabei auch einmal mit einem Lamborghini durch leere Dörfer braust, als wäre die neue Welt ein virtuelles Spiel, ist nur eines von vielen klugen Signalen, mit denen Köhler sein Erzählexperiment anreichert. Im Computer gibt es ja nicht zuletzt diese Zivilisationsspiele, in denen man ganze Welten entwerfen kann, und von fern hat es durchaus damit zu tun, was Köhler mit Armin macht: Der letzte Mensch ist zugleich der erste Mensch, ein moderner Robinson, der einen spannenden Mix aus alten und neueren Kulturtechniken ausprobiert. Ein Pionier, der sich in den Resten einer Welt zu bewegen versucht, die vielleicht wirklich ihre Zeit schon überlebt hatte.

D/I 2018, 120 Min., R: Ulrich Köhler, D: Hans Löw, Elena Radonicich, Start: 8.11.

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