Tragikomödie

Indien

Die Vagantenbühne begibt sich auf die Spuren von Josef Hader und Alfred Dorfer.

Senita Huskić, Jürgen Haug, Urs Stämpfli (v.li.) – Foto: Manuel Graubner / Vagantenbühne

Ein mutiges Unterfangen, sich ausgerechnet „Indien“ von Josef Hader und Alfred Dorfer von 1991 vorzunehmen, denn das ­großartige Original ist ja in seiner Verfilmung jederzeit greifbar und animiert natürlich zu Vergleichen.

Dabei gelingt die Idee von ­Regisseur Lars Georg Vogel vorzüglich, statt zwei ­Österreichern einen Schwaben und ­einen Schweizer als Gaststätten-Hygiene-Prüfer aufeinanderprallen zu lassen. Urs ­Stämpfli als klugscheißender Labersack und ­Jürgen Haug (manchen aus der SWR-­Serie „Die Kirche bleibt im Dorf“ bekannt) als Gemütlichkeitsterrorist sind ein herrlich gegensätzliches Paar, flankiert von der wandlungsfähigen Senita Huskić in sämtlichen Nebenrollen.

Und so ziehen die beiden Herren von Gaststube zu Gaststube, von Schnitzel zu Schnitzel, und kommen sich auf eine verquere Art allmählich näher. Und wie bei den beiden österreichischen Kabarettisten und Vorlagengebern üblich, sind es die scheinbar so nebenbei dahergeplapperten Phrasen, die ganz tief in die allzu menschliche Seele blicken lassen.

Ausstatter Lars Georg Vogel genügen dabei ein paar Holzbretter und zwei Tische mit Stühlen, um die unangenehme Heimeligkeit einer südwestdeutschen Gaststätte zu erzeugen. Ein böser und zugleich eher ­leiser Theaterabend – was dessen Inten­sität noch erhöht. MARTIN SCHWARZ

10.–13.4., 20 Uhr, Vaganten, Kantstr. 12a, Charlottenburg. Regie: Lars Georg Vogel; mit Jürgen Haug, Urs Stämpfli, Senita Huskić. Eintritt 17,60–24,20, erm. 11 €