Kino

Inna de Yard

Eine Warnung an alle Vinylfetischisten: Dieser Film könnte Ihre Gefühle verletzten. Denn hier werden Schallplatten als Wurfscheiben missbraucht. Und dabei handelt es sich nicht um Resteramsch, sondern um Perlen der Rocksteady-und Reggae-Szene Jamaikas. 

Einer, der gerne Frisbee mit seinen eigenen Platten spielt ist Kiddus I. Interna­tional bekannt wurde er durch seinen Auftritt in dem jamaikanischen Filmklassiker „Rockers“ aus dem Jahr 1978, der einen der besten Soundtracks der Filmgeschichte hat. 

Foto: Borsalino Productions MFA Die Filmagentinnen

Kiddus I ist einer der Protagonisten in dem Dokumentarfilm „Inna de Yard“, den der renommierte Spielfilm-Regisseur Peter Webber über ein Get-together einiger großer Musiker des Reggae gedreht hat.Mehr musikgeschichtliche Tiefe über die Entstehung des Rocksteady und Reggae liefert zwar eher die 2010 entstandene Doku „Rocksteady“. Aber alleine nur Cedric Myton, den Kopf der legendären „The Congos“ in dem Film zu erleben, bereitet großes Vergnügen. 

Ein hübscher optischer Kontrast zu den lässigen Rebel Rockers und Rastafaris in dem Film ist übrigens die wie immer aus dem Ei gepellte Rocksteady-Legende Ken Booth, der immer noch ein begnadeter Performer ist. „Inna de Yard“ ist eine liebevolle Würdigung der alten schwarzen Männer des Reggae, die – alle schon über 70 – nichts von ihrem Elan verloren haben.

F 2018, 99 Min., R: Peter Webber, Start: 20.6. 

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