Dokumentarfilm

Inschallah

„Habibibi“ haben sie ihn früher genannt, „Liebling“. Genau so kommt er in ­diesem filmischen Porträt auch rüber: Mohamed Taha Sabri, Imam der Neuköllner Dar-­Assalam-Moschee. Die Dokumentarfilmerinnen Antje Kruska und Judith Keil, denen wir so tolle Filme wie „Der Glanz von Berlin“ verdanken, haben den Imam mit der Kamera begleitet. Wir sehen ­Sabri beim Vorbeten, als Eheberater, in ­seiner Datsche, bei öffentlichen Auftritten wie der Verleihung des Verdienstordens des Landes Berlin an ihn. Der Zuschauer verfolgt das muslimische Leben mitten in Berlin, auch dank einer jungen Muslimin, die ihre Motivationen erklärt.

Inschallah
Foto: Keil Kruska Film

Und wir sehen auch, wie Sabri auf die ­kritischen Presse-Meldungen reagiert, ­seine Moschee habe Verbindungen zur „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland“ und der damit verbundenen „Muslimbruderschaft“ und tauche im Jahres­bericht des Verfassungsschutzes auf.

Es ist mitunter eine Krux mit dem ­deutschen Dokumentarfilm: Kommentare sind verpönt, man tut so, als würde man die pure Realität abbilden, was nach Aufstellen einer Kamera schlicht ­absurd ist. Kruska und Keil liefern nach eigenem ­Bekunden eine „alternative ­Sichtweise“. Dabei wäre es gut gewesen, auch die ­Kritiker Mohamed Taha ­Sabris zu ­hören; der nutzt die Chance dieses Films zu ­einem beeindruckenden und sehenswerten Auftritt. Möge der Zuschauer sich ein eigenes Bild machen.

D 2017, 91 Min., R: Judith Keil, Antje Kruska

Inschallah – Ein Imam in Berlin

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