Kino

Intrigo – Tod eines Autors

Auftakt zu einer neuen Schweden-Thriller-Trilogie. Klingt alles auch ganz vielversprechend: Regie führt Daniel Alfredson, der die letzten beiden Teile der original „Millennium“-Reihe inszeniert hat, die Vorlage stammt von keinem Geringeren als dem neben Stieg Larsson und Henning Mankell dritten schwedischen Krimititan Hakan Nesser. Die Besetzung mit Ben Kingsley, Benno Fürmann und Veronica Ferres ist zumindest … illuster, weist allerdings schon auf die europuddingartig quer über den Kontinent verstreute Handlung hin – die immerhin für einige tolle Schauplätze sorgt: die slowenischen Alpen, ein futuristisch kaltes Berlin, eine verregnete, fiktive Stadt und ein wunderschönes Domizil auf einer griechischen Insel. Trotzdem: Lässige Weltläufigkeit sieht irgendwie anders aus.

Der deutsche Übersetzer David soll den letzten Roman eines berühmten Autors übersetzen, der vor seinem Selbstmord in einem letzten Brief verfügt hat, dass sein Werk nur in Übersetzung erscheinen darf. David selbst schreibt an einem Buch, in dem er den tragischen Tod seiner Frau aufzuarbeiten scheint. Um sich kollegialen Rat zu holen, pilgert er zu einem erfolgreichen Kollegen, der sich vom Rummel der Welt auf die oben erwähnte Insel zurückgezogen hat. Dort liest David aus seinem (nicht sehr originellen) Manuskript vor, was zur ziemlich lahmen Off-Erzählung einer ziemlich lahm inszenierten Eifersuchts-Mord-Rache-Intrigen-Räuberpistole führt, bei der sich die Geschichten der drei Schriftsteller immer mehr ineinanderschieben.

Leider führen die für Nessers Romane und Kurzgeschichten so typischen philosophischen Verästelungen hier zu eher unglaubwürdigen Wendungen, bei denen man sich als Zuschauer alsbald gehörig genasführt fühlt. Die noch folgenden Intrigo-Teile sollen mit dieser Handlung und ihrem Personal nichts zu tun haben. Es besteht also Hoffnung. Aber das Haus auf der Insel ist wirklich schön.

Intrigo – Death of an Author (OT), S/D 2018, 103 Min., R: Daniel Alfredson, D: Benno Fürmann, Ben Kingsley, Veronica Ferres, Start: 25.10.