Berliner Kunsthäuser

Irving Penn bei C/O Berlin

Das Fotohaus C/O Berlin zeigt eine  grandiose Retrospektive des US-amerikanischen Fotografen Irving Penn

Irving Penn (1917–2009) ging es mit der Fotografie um mehr als das bloße Abbild. Für seine Arbeit am Bild konnte Penn bis zu 15 Stunden in der Dunkelkammer verbringen, bis er jene Delikatesse bei seinen Platin-Prints erreicht hatte, die mit ihrem Feinsinn und ihrer Eleganz einfach einem vergangenem Zeitalter angehören.

Schon im analogen 20. Jahrhundert war Penn als Modefotograf so etwas wie ein Anachronist. Denn seine ab 1943 für die Zeitschrift „Vogue“ entstandenen Fotografien, wie sonst auch seine Werbeaufnahmen, (Prominenten-) Porträts, Akte oder Stillleben lassen sich nur am Maßstab großer Bildkunst aus der Kunstgeschichte messen. Mit Malern wie Velázquez oder van Dyck etwa teilte Penn nicht nur Können und Formempfinden, sondern auch jenen Blick auf den Menschen und seine Dingwelt, der im Einzelnen zugleich ­etwas Allgemeines sichtbar macht. Die anlässlich von Penns 100. Geburtstag vom Metropolitan Museum New York in ihren zentralen Arbeiten übernommene Werkschau bei C/O Berlin würdigt nicht umsonst ein Jahrhundertwerk.

Zu sehen ist ein Fotograf als Schöpfer in seiner Welt des Ateliers, der den Glanz der Oberfläche bis zur absoluten Perfektion treibt, nur um dahinter etwas ­Anderes, Unsichtbares, aufscheinen zu lassen.

Bis 1.7.: C/O Berlin, Amerika Haus,  Hardenbergstr. 22-24 (Charlottenburg),  Mo-So 11–20 Uhr

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