Berlins aufregendste junge Schauspieler

Jens Mondalski

Jens Mondalski – Foto: Alberto Bornardi

Er hat keine Agentur, die ihn vertritt, und kein Demovideo mit Rollenausschnitten, um sich zu präsentieren.

Beides ist eigentlich für Schauspieler ungefähr so essenziell wie eine E-Mail-Adresse für normale Menschen. Seit Jens Mondalski vor zwölf Jahren die Schauspielschule abschloss, spielt er im Grips Theater. Und nur dort. Nicht als karrierefördernde Durchgangsstation, wie für die meisten seiner jungen Kollegen, sondern als dauernde Herausforderung: „Kinder- und Jugendtheater ist für mich die Königsdisziplin, weil man ganz genau wissen muss, wie man etwas erzählt“, sagt er.

Entsprechend groß ist seine darstellerische Bandbreite. Ob als Altpunk in „Schöner Wohnen“, als großspuriger Fußball-Prahlhans in „Leon und Leonie“ oder als der Junge mit dem Mantel in „Linie Zwei“, an dem das Glück immer knapp vorbeirauscht: Seine Figuren sind meistens ein bisschen verknautscht und gerade deshalb ganz nah an der Erfahrungswelt der Zuschauer. Selbst wenn er ein richtiges Arschloch geben muss, wie die rotzige Testosteronbombe Sven in „Unter Jungs“, schwingt ein Stück Sympathie für die Figur mit.

„Wenn ein Kind seinen Teddy verliert, ist das genauso existenziell, wie wenn ein Freund gestorben wäre“, sagt Mondalski. Diese Not darzustellen, hat für den zweifachen Vater dieselbe Tiefe wie eine große klassische Rolle. Den Hamlet hat er nie vermisst. Gerd Hartmann

Alter: 37
Theater:
Grips Theater
Paraderolle:
Thomas Kowalewski, der ewig Übriggebliebene, in „Linie 2“ (Regie: Rüdiger Wandel)
Auch bekannt durch:
„Liebesdienste“ (Kurzfilm)
Demnächst zu sehen:
in der Premiere „Die Letzte Kommune“, 21.9., 19.30 Uhr, und in „Linie 1“ 1.+2.10., 19.30 Uhr, Grips Theater