Kino

Jibril

Ein paar Tafeln Schokolade, mehr kann Maryam für ihren Freund Jibril nicht tun. Sie liebt ihn heiß und er sie auch, aber er ist im Gefängnis. Bei ihren Besuchen geht nicht viel mehr als ein wenig Händchen halten. Maryam und Jibril führen eine schwierige, vielleicht unmögliche Beziehung.

Foto: Missing Films

Über den Grad der Möglichkeit macht sich Henrika Kull mit ihrem Spielfilm „Jibril“ Gedanken. Es ist ein intensiver, hautnaher Film, der Einblicke in Welten gibt, die man so noch selten gesehen hat. Maryam ist eine Irakerin in zweiter Generation in Berlin. Sie lebt mit ihren drei Kindern, die Tage sind voll, und sie soll sich nicht noch einmal mit einem „Arschloch“ einlassen wie mit dem abwesenden Vater ­ihrer Mädchen. Doch Gabriel, genannt Jibril, ist kein Arschloch. Er ist ein feinfühliger, junger Mann, der halt im Knast ist. Henrika Kull hat ihren Film (Abschlussfilm an der HFF Konrad Wolf) aus Beobachtungen entwickelt, die sie im Gefängnisalltag gemacht hat. Die Schauspieler spielen nicht „sich selbst“, aber nahe an ihren eigenen Lebenssituationen. 

Beeindruckend die Hauptdarstellerin – ­Susana Abdulmajid zeigt, dass die Liebe ein Klischee ist, das aus Seifenopern in die Wirklichkeit entführt werden muss, um sich dann dort auf schmerzliche und ­leidenschaftliche Weise zu erfüllen. 

D 2018, 83 Min., R: Henrika Kull, D: Susana Abdulmajid, Malik Adant, Start: 9.5.

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