Kino

Jim Knopf und Lukas, der Loko­motivführer

Die deutsche Kinderliteratur ist reich an Klassikern. Viele von ihnen entstanden in den 50er- und 60er-Jahren, geschrieben von berühmten Autoren wie Max Kruse, Otfried Preußler oder Michael Ende. Viele dieser Bücher sind verfilmt worden, zumeist als Zeichentrick oder auch von der Augsburger Puppenkiste. Dass momentan ein wahrer Realverfilmungs-Boom der Klassiker ausgebrochen scheint, dürfte vor allem auf den Fortschritt der Tricktechnik zurückführen sein.

Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer
On the Road: Jim, Lukas und Emma
Foto: Warner

Nach „Die kleine Hexe“ steht nun Michael Endes „Jim Knopf“ als Realverfilmung an. Dass sich selbige relativ getreu an die Vorlage hält, dürfte die Mehrzahl der Fans beruhigen. Doch obwohl der Film wenig falsch zu machen scheint, fehlt hier etwas. An den Schauspielern liegt es nicht: Von Uwe Ochsenknecht (als König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte) über Henning Baum (Lukas) bis zum jungen Engländer Solomon Gordon als pfiffiger Jim Knopf wissen sie zu überzeugen.

Trotzdem wirken die Abenteuer von Jim und Lukas mit Scheinriesen und Halbdrachen hier ein wenig lieblos abgehakt. Vielleicht liegt es am Aufwand: Während die Marionettenspiele ja auch vom Charme der Beschränkung leben, wird in der Neuverfilmung reichlich geklotzt. Es ist eine Binsenweisheit: Manchmal ist „mehr“ am Ende dann doch weniger. 

D 2018, 110 Min., R: Dennis Gansel, D: Solomon Gordon, Henning Baum, Uwe Ochsenknecht, Annette Frier

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (2018)

Kommentiere diesen Beitrag