British Folk

Johnny Flynn

Das schauspielernde Multitalent
widmet sich wieder seiner Singer-
Songwriter-Karriere. Zum Glück!

Schauspielernde Musiker und musizierende Schauspieler haben nicht den besten Ruf. Johnny Flynn dürfte das egal sein: Er war immer beides. Der in Südafrika und im Vereinigten Königreich aufgewachsene Sohn einer Künstlerfamilie lernte in seiner Jugend verschiedene Instrumente und sang im Kirchenchor, später besuchte er die Schauspielschule.

Heutzutage kennen die einen den 34-Jährigen als Shakespeare-Darsteller oder verpeilten Twentysomething aus TV-Serien wie „Lovesick“. Den anderen ist er vor allem als Musiker aus dem Londoner Indie-Folk-Umfeld von Mumford & Sons, Noah & The Whale und Laura Marling ein Begriff. Mit Marling sang Flynn einst das berückende Duett „The Water“. Berückend ist auch Flynns im März erschienenes vierte Studioalbum „Sillion“.

Der Titel, im Englischen ein altes Wort für frisch umgepflügte Erde, passt zur archaisch anmutenden, naturnahen Poesie der Platte und zu ihrem Sound, der tief im traditionellen Liedgut verwurzelt ist und sich außerdem aus Bluesrock, Bluegrass und Gospel speist.

„Sillion“ ist Flynns bis dato wohl ausdefiniertestes Werk – mal minimalistisch und verrauscht, wie im Falle der Vinylograph-Aufnahme „Heart Sunk Hank“, mal opulent und majestätisch wie in der Schlussballade „Hard Road“. Und dann sind da noch die wunderbaren Melodien. Alles in allem: großes Kino.

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