Konzept im Kindl

Jonathan Monk in Neukölln

Das eigene Werk vervielfältigen: Dem Berliner Künstler Jonathan Monk gelingt das in Neukölln auch analog

Der britische Konzeptkünstler Jonathan Monk hat im Neuköllner Kindl-Zentrum für zeitgenössische Kunst eine Etage neu tapeziert. Genauer: Er macht seit geraumer Zeit Fotos von seinen Ausstellungen in aller Welt und zeigt diese dann vergrößert auf eine quasi „lebensechte“ Dimension unter dem Titel „Exhibit Model“ als neue Schau. Von diesen wandfüllenden Tapeten hat er dann wiederum Fotos gemacht für die nächste Ausstellung.

©Jens Ziehe/ Berlin
Blick in die Aussstellung „Exhibit Model“ von Jonathan Monk im Kindl-Zentrum ©Jens Ziehe/ Berlin


Jetzt ist der in Berlin lebende Künstler im Kindl-Zentrum bei Nummer Vier, „Exhibit Modell Four“, angelangt. Und wieder hat Monk seine Ausstellungstapeten so geschickt komponiert, dass sich oftmals erst auf dem zweiten Blick ausmachen lässt, wo die eine Schau in die nächste übergeht, auch lassen sich realer und fotografierter Raum zuweilen kaum trennen.

Um die optische Verwirrung perfekt zu machen, hat der Künstler hier zudem echte Kunstwerke aus seiner eigenen Sammlung neben die fotografierten Artefakte gehängt, zum Beispiel bemalte Keramikteller von Sol LeWitt oder eine Bierdose von Martin Kippenberger. Spätestens mit diesen Gegenüberstellungen von simulierter und tatsächlicher Rea­lität gelingt es Monk, höchst spannende Fragen nach dem Verhältnis von Original und dessen Reproduktion zu stellen.

Bis 21.6.: Kindl-Zentrum für zeitgenössische Kunst, Am Sudhaus 3, Neukölln, Mi–So 12–18 Uhr, 5/3 €, Führung 20.7., 14 Uhr